31. Dezember 2017

Kompostwurmkiste - Enchyträen lieben Mineralmix

Zum Jahresabschluss 2017 wollen wir Kompostwürmer uns endlich noch einmal melden und 

allen unseren Lesern, Wurmfans und Wurminteressierten


einen guten Rutsch ins Jahr 2018 wünschen.

Die letzten Monate sind recht ruhig verlaufen, jedenfalls soweit es uns Wurmis betrifft. Von dem fiesen Wetter der letzten Zeit haben wir in unseren Kisten ja glücklicherweise nichts mitbekommen. Wir hatten es gleichmäßig warm und angenehm und konnten uns in aller Ruhe unserer Lieblingsbeschäftigung, dem Fressen, widmen. Bald ist unser Humus wieder reif zur Ernte. Unser Mensch überlegt zur Zeit, ob wir danach mal wieder ein anderes frisches Substrat bekommen. Dazu melden wir uns aber in einem späteren Blogbeitrag noch einmal.

Was unseren Menschen allerdings nicht erst seit heute  ziemlich ärgert, sind unsere Mitbewohner, die Enchyträen. Sie mögen besonders gern die Mineralmix-Pellets, die unser Mensch uns Kompostwürmern zur besseren Versorgung mit Mineralien und Spurenelementen füttert. Er kauft sie extra für uns bei seinem Wurmhändler. Und wer stürzt sich regelmäßig drauf? Die Enchys.

Enchyträen fressen Mineralmix
Zuletzt hat er versucht, die Enchytäen mit Gartenkalk von unserem Mineralmix zu vertreiben.

20. August 2017

Kompostwürmer - andere Methode der Wurmhumusernte

Vor ein paar Tagen war es mal wieder so weit: Wir Kompostwürmer hatten reifen Wurmhumus produziert. Unser Substrat war durchgefressen und zusammen mit dem von uns verwerteten Futter in beste Wurmerde verwandelt.

Alle paar Monate müssen wir Kompostwürmer von unserem durchgefutterten Substrat befreit werden. Dann, wenn wir das Substrat in Wurmhumus verarbeitet  haben  und der Wurmhumus  reif zur Ernte ist. Er ist dann dunkelbraun bis schwarz und krümelig.

Eine solche Ernte haben wir bei unserem Menschen bereits zweimal mitgemacht. Aber diesmal war es anders. Unser Mensch hat uns einfach mitarbeiten lassen: Etwa knapp zwei Wochen vor der Ernte hat er in unserer Kiste kräftig herumgewuselt. Anschließend mussten wir unser Futter suchen?

Was hatte er gemacht? Er hatte unser ganzes Futter auf eine Seite der Kiste geräumt. Das sah dann so aus:
Wurmkiste vor der Wurmhumusernte
Er hatte uns außerdem vor der Umräumaktion extra weniger Futter gegeben, damit wir danach zum Futter wandern. Deshalb ist auf dem Bild oben so wenig Futter zu sehen.
Nach der Umräumaktion hat er einige Tage gewartet, damit möglichst viele von uns den neuen Futterplatz finden konnten.

17. Juli 2017

Kompostwürmer als Haustiere - Pro und Contra

Wir Kompostwürmer leben inzwischen seit 500 Tagen bei unserem Mensch. Er hat mit uns einige Erfahrung gesammelt und er hat durch die, auch theoretische, Beschäftigung mit uns über uns eine Menge gelernt.

Kompostwürmer (Eisenia hortensis) in der Wurmkiste
Uns Wurmis zu versorgen und dafür zu sorgen, dass es uns gut geht, ist sozusagen angewandte Biologie. Aber es macht unheimlich viel Spaß, so behauptet er zumindest. Und, es ist sehr, sehr interessant.

Aber was spricht noch für uns Kompostwürmer als Haustiere?

9. Juli 2017

Kompostwürmer geben etwas zurück - Wurmhumus - letzter Teil

Seit August letzten Jahres haben wir Kompostwürmer über das Projekt zur Rettung der Palme unseres Menschen mit Hilfe des von uns produzierten Wurmhumus berichtet.

Die Palme hat sich - fast nur mit Hilfe unseres Wurmhumus - gut entwickelt.

Sie sieht heute so aus:
Die Palme ist gerettet

Für die Palme ist, so hat unser Mensch im Internet herausgefunden, unser Wurmhumus nicht ganz der optimale Dünger. Er ist zu basisch, d.h. sein pH-Wert ist zu hoch. Die Palme mag lieber leicht saure Erde.

Daher hat unser Mensch zu einem Trick gegriffen. Er hat unseren Humus mit Kaffeetrester vermischt, bevor er ihn ihr gegeben hat.

Außerdem hat er mehr oder weniger durch Zufall herausgefunden, dass seiner Palme wohl Eisen fehlen muss, da sie immer wieder gelbe und gelbfleckige Blätter bekommen hat. Er hatte gedacht, das käme von direkter Sonne, die die Palme nicht so gern hat. Aber das war, wie es scheint, zumindest nicht der alleinige Grund.

Daher hat er vor einigen Wochen damit angefangen, der Palme zusätzlich Eisendünger zu geben und seitdem alle zwei Wochen, insgesamt drei Mal. Jetzt gehen mehr Blätter auf, was auch an der Jahreszeit liegen kann. Aber die Blätter bleiben auch in einem satten Grün und sind nicht nachträglich gelb geworden.

Aus dem Blütentrieb ist übrigens nichts geworden. Die Bedingungen waren offenbar doch nicht ganz optimal genug.

So sah die Palme bei Beginn des Wurmhumus-Experiments aus:

Palme bekommt Wurmhumus - Beginn des Experiments
Wir denken, wir Kompostwürmer haben gute Arbeit geleistet, wenn Ihr Euch das Bild ganz oben anschaut und mit dem hier unten vergleicht.

Wir Kompostwürmer sind nur mal gespannt, ob wir von unserem Menschen für unseren Eisenhaushalt jetzt Petersilie oder Spinat (hat allerdings nicht so viel Eisen, wie früher mal gedacht) gefüttert bekommen?

Wenn Ihr Euch für das komplette Humusexperiment interessiert, könnt Ihr alle Posts unter dem Stichwort Palme finden. Viel Spaß beim Lesen.

30. Mai 2017

Kompostwürmer mögen keine große Hitze

Seit einigen Tagen ist es hier im Rheinland ganz schön heiß. Gestern gab es in Köln sogar einen Hitzerekord: die höchste je im Mai gemessene Temperatur lag bei 34,3° C.

Da wir Kompostwürmer (Eisenia hortensis) in einer Wohnung ohne Klimaanlage leben, geht diese Hitze auch an uns Kompostwürmern nicht vorbei. In der Wohnung ist es inzwischen an die 27° C warm und das gilt auch für den Raum, in dem unsere Wurmkiste steht.

Wir fühlen uns bei Temperaturen zwischen 15° und 25° C am wohlsten. Bei mehr als 30° C kann es für uns sogar gefährlich werden. Im letzten Sommer, der ja auch sehr heiß war, hatte uns unser Mensch in unserer Kiste ein wenig Kühlung verschafft.

14. Mai 2017

Kompostwürmer und ihre Wurmkisten


Heute wollen wir Kompostwürmer Euch Menschen etwas über Wurmkisten und andere Wurmbehausungen für Kompostwürmer in der Wohnung erzählen.

Mit einer einfachen Kiste mit Deckel (und einer zweiten ohne Deckel) aus dem Baumarkt hat es bei uns angefangen. Wie Ihr auf dem ersten Foto seht, hatte die eine Kiste einen durchsichtigen Deckel und war an den Seiten transparent.

Kiste aus dem Baumarkt vor der Vorbereitung als Wurmkiste
Unser Mensch hat für uns die durchsichtigen Teile mit Klebefolie beklebt, damit wir es schön dunkel haben. Außerdem hat er Luftlöcher in den Deckel gebohrt, damit wir genug Sauerstoff bekommen und den Boden der Kiste mit Löchern versehen, damit überflüssige Feuchtigkeit abtropfen kann.

Wurmkiste zugeklebt und Deckel mit Luftlöchern
Wie Ihr auf dem zweiten Foto sehen könnt, stehen dort zwei Kisten ineinandergestapelt. Die obere Kiste ist die, in der wir Würmer leben, und mit den Löchern im Boden. Die untere Kiste ist nur dazu da, um die abtropfende Feuchtigkeit (den sogen. "Wurmtee") aufzufangen. Die hat unser Mensch nicht bearbeitet.

So einfach kann es gehen mit einer selbstgebastelten Wurmkiste. In der leben wir inzwischen seit über einem Jahr. Unsere Kiste ist übrigens aus Polypropylen und könnte auch für Lebensmittel verwendet werden. Ihr solltet auch darauf achten, dass die Kiste für Lebensmittel geeignet ist, damit sie keine Schadstoffe an unser Substrat abgibt.

Aber es gibt natürlich noch viele andere Wurmbehausungen. Für die Marke Eigenbau werden oft auch sogen. Euroboxen (die gibt es auch mit geschlossenen Griffmulden) verwendet oder Kunststoffkisten von einem bekannten schwedischen Möbelhaus.

Dann gibt es noch ausgeklügelte Wurmbehausungen, die von Wurmhändlern vertrieben werden. Sie sind aus Kunststoff und bestehen aus mehreren Etagen, die Euch Menschen die Ernte von Wurmhumus erleichtern sollen. Diese mehrstöckigen Wurmhäuser gibt es in ganz unterschiedlichen Größen, für jede Haushaltsgröße passend, und werden unter verschiedenen Namen verkauft (viele findet Ihr unter dem Oberbegriff "Wurmfarm" über eine Suchmaschine).

Wer keine Kunststoffkiste für seine Würmer möchte, findet auch tolle Kisten aus Holz. Manche können nebenbei auch als Hocker Verwendung finden. Oder sie sehen aus wir eine Truhe. Sogar echt schicke Designerkisten sind darunter. Daher findet Ihr Menschen sicher auch eine passend edle Wurmbehausung, sozusagen ein "Designerhotel für Kompostwürmer", für Eure edle Wohnung.

Aber auch eine Wurmkiste aus Holz könnt Ihr selber bauen. Ihr solltet dann darauf achten, dass das Holz unbehandelt ist.

Wenn Ihr eine Suchmaschine bedienen könnt, findet Ihr noch viele andere Vorschläge für eine mehr oder weniger originelle Wurmbehausung. Da ist wirklich für jeden Wurmfan was dabei. Anleitungen zum Selbstbau, auch als Video, gibt es ebenfalls zahlreiche im Internet (ein Tipp: noch viel mehr Infos und Videos gibt es in englischer Sprache).

Ganz aktuell haben wir angefangen, eine Pinwand auf Pinterest unter dem Stichwort "Kompostwürmer" zu erstellen. Dort haben wir Infos über Kompostwürmer von verschiedenen Anbietern zusammen getragen und es werden im Laufe der Zeit sicher noch mehr. Ihr erreicht die Pinwand über http://pin.it/wDXsydN .

29. April 2017

Schlafen Kompostwürmer oder schlafen sie nicht?

Heute wollen wir in unserem Blogbeitrag mal eine Frage stellen: Schlafen Kompostwürmer eigentlich oder schlafen sie nicht? Wir Kompostwürmer können unserem Mensch seine Frage nicht beantworten, da wir nicht sprechen können.

Schlafen Kompostwürmer?
Unser Mensch hat bereits mehrmals folgende Beobachtung gemacht: Auf der Oberfläche des Substrats lag ein Kompostwurm (er lag vollständig auf der Oberfläche, also auch Kopf und Schwanzende). Es sah für unseren Mensch so aus, als sei er leblos, da er auf Licht nicht reagiert hat.

Darauf hat unser Mensch ihn vorsichtig angestupst. Er hat nicht reagiert. Nach kurzem Warten hat er ihn noch einmal vorsichtig angestupst. Darauf hat er zunächst ganz langsam reagiert, gerade so, als würde er aus tiefem Schlaf erwachen. Nach einer kurzen Weile reagierte er so, als habe er begriffen, wo er sich befindet und hat sich wie jeder normale Kompostwurm ins Substrat eingegraben.

Hatte der Kompostwurm geschlafen und ist durch das Anstupsen aufgewacht?

Auf vielen Seiten im Internet steht geschrieben, dass Kompostwürmer nicht schlafen, sondern 24 Stunden aktiv sind. Allerdings kommt es unserem Mensch so vor, als sei da vielfach abgeschrieben worden.

Schlaf dient der Regeneration. Warum soll ausgerechnet ein Kompostwurm nicht regenerieren müssen?

Vereinzelt steht über Regenwürmer geschrieben, dass sie schlafen. Warum soll das beim Kompostwurm nicht so sein?

Ihr Komostwürmerbesitzer seid gefragt! Was habt Ihr bei Euren Würmern beobachtet?

Benutzt die Kommentarfunktion dieses Blogs! Den ausnahmsweise vollständigen Artikel werde ich auch bei Google+ einstellen. Ich bin gespannt, was Ihr zu berichten habt.
Eure Wurmcolonia 

17. April 2017

Kompostwürmer und nochmal Eierschalen

Heute ist Ostermontag und daher wünschen wir Kompostwürmer Euch Menschen 

ein frohes Osterfest.

Passend zum Osterfest möchten wir Euch heute nochmal etwas über (trotz Ostern ungefärbten) Eierschalen erzählen. Einen Post dazu hatten wir ja schon mal (den Link findet Ihr am Ende dieses Posts). In diesem alten Post hatten wir Euch nichts wirklich Falsches erzählt, aber man kann es besser machen. 

Zunächst ein paar Bemerkungen vorweg: Eierschalen sind gut für unsere Kalziumversorgung. Aber was unser Mensch noch nicht wusste und erst gestern in einem Youttube-Video gelernt hat, ist, dass uns Eierschalen bei unserer Verdauung helfen können. 

Eierschalen helfen uns am besten, wenn sie fein gemahlen (unser Mensch nimmt dafür eine ausrangierte elektrische Kaffeemühle) sind.

Fein gemahlene Eierschalen mit Ei-häutchen
Auf dem Foto seht Ihr auf den fein gemahlenen Eierschalen Stückchen von dem Häutchen, das unter der Schale sitzt. Dieses Häutchen haben wir auch zum Fressen gern. Ihr müsst es daher vor dem Mahlen der Eier nicht entfernen. Außerdem verwendet unser Mensch nur Schalen von gekochten Eiern. Er ist sich nicht sicher, ob wir uns z.B. mit Salmonellen anstecken können.

Die fein gemahlenen Eierschalen mischt Ihr am besten unter unser anderes Futter und wir können sie dann einfach mitfressen. Da sie ja relativ hart und kantig sind und sich im Futter nicht auflösen, haben sie in unserem Magen eine mahlende Wirkung.

Einen Futterzusatz, der uns beim Zermahlen unseres Nahrungsbreis im Magen hilft, benötigen wir für unsere Verdauung (und für guten Wurmhumus). Daher sind Eierschalen auch gut für unsere Verdauung.
Alternativ kann uns auch feiner Sand (ohne Zusätze) oder Feinkies helfen, den Ihr unserem Futter beimengt.

Zum Osterfest gab es für uns auch lecker Futter.

Futter für Kompostwürmer (Eisenia hortensis)
Ihr seht uns mal wieder nicht im Futter herumkriechen, da wir uns vor dem Licht der Handykamera verkrochen haben.

Den alten Post zum Thema Eierschalen könnt Ihr getrost vergessen. Wenn die Eierschalen nicht gemahlen sind, findet Ihr sie noch nach Monaten im Wurmhumus. Sie stören zwar nicht unbedingt und schaden auch nicht den Pflanzen, aber schön sind sie auch nicht.

Wenn Ihr den alten Blogartikel lesen möchtet, findet Ihr ihn hier.

2. April 2017

Kompostwürmer geben etwas zurück - Wurmhumus - Teil 5

Heute gibt es Neues aus dem Projekt zu berichten, bei dem wir Kompostwürmer unserem Menschen helfen, seine Palme zu retten.

Vor ein paar Tagen hat unser Mensch an seiner Palme etwas entdeckt, das er in all den Jahren, die er die Palme in seinem Wohnzimmer stehen hat, noch nicht gesehen hat. Seht selbst:

  
Areca-Palme bekommt ersten Blütentrieb
Diese Palme ist eine Chrysalidocarpus lutescents - Areca Palme (auch Goldfrucht-Palme genannt) und bekommt wohl nur sehr selten Blüten, wenn sie im Haus steht. Um so größer war die Überraschung über diesen Trieb. Auf Bildern aus der Heimat  der Palme, Madagaskar, sieht man sie mit Blüten. Daher ist unser Mensch überzeugt, dass es sich tatsächlich um eine werdende Blüte handelt.

Übrigens hat unser Mensch eine Änderung hinsichtlich der Düngung der Palme  eingeführt. Er düngt sie nicht mehr direkt mit unserem Wurmhumus, sondern er produziert mit dem Wurmhumus eine Art Wurmtee. Er nimmt 1,5 bis 2 Esslöffel Wurmhumus und wässert ihn ein paar Stunden in einem knappen halben Liter Wasser und rührt auch einige Male kräftig um.

Die Nährstoffe aus dem Humus sollen sich im Wasser lösen. Mit dem Wurmtee gießt er die Palme und den nicht aufgelösten Humus verteilt er auf der Palmenerde. So sollen die Nährstoffe besser an die Wurzeln gelangen. Das macht er etwa alle 2 bis 3 Wochen.

Außerdem hat er seit unserem letzten Bericht Anfang Januar mehrfach Kaffeetrester unter die Palmenerde gemischt. Zum einen ist Kaffeetrester selbst schon ein guter Blumendünger. Zum anderen hat er bei unserer Palme die Funktion, den pH-Wert der Palmenerde ein wenig zu senken, da der pH-Wert des Wurmhumus für die Palme etwas zu hoch ist. Die Palme mag es lieber etwas saurer.

Wir halten Euch weiter auf dem Laufenden!
Wenn Ihr Euch für den Beginn unseres Rettungsprojekts interessiert und wissen möchtet, wie es verlaufen ist, findet Ihr das unter dem Stichwort Palme

12. März 2017

Kompostwürmer haben Jubiläum - das erste Jahr haben wir überlebt

Wir Kompostwürmer haben Jubiläum! Seit einem Jahr (plus ein paar Tage) sind wir bei unserem Menschen. Wir leben noch und wir haben uns sogar vermehrt!

Dendrobena veneta in der Wurmkiste
Angefangen haben wir zu 500 Kumpels der Gattung "Dendrobena veneta". Anfangs wollten wir noch die Umgebung unserer Kiste erkunden, aber das haben wir uns bald abgewöhnt.

15. Februar 2017

15. Februar Tag des Regenwurms

Heute, am 15. Februar, ist ein ganz besonderer Tag: Der Tag des Regenwurms. Da die Regenwürmer unsere ganz nahen Verwandten sind, fühlen wir Kompostwürmer uns auch irgendwie geehrt.

Kompostwürmer (Eisenia hortensis) in einer Wurmkiste
Wir Kompostwürmer haben mit unseren Verwandten, den Regenwürmern, viel gemeinsam. Ganz wichtig ist zum Beispiel, dass wir beide den unglaublich fruchtbaren Wurmhumus produzieren.

29. Januar 2017

Was Kompostwürmer nicht fressen

Wir haben schon einige Posts zum Thema Futter für Kompostwürmer  veröffentlicht. Da ging es immer darum, was wir gerne fressen und was wir so alles brauchen.

Es gibt aber auch Futter, das nicht gut für uns ist oder sogar gefährlich.

6. Januar 2017

Kompostwürmer geben etwas zurück - Wurmhumus - Teil 4

Zunächst wünschen wir Kompostwürmer allen Lesern unseres Blogs ein gutes neues Jahr. Wir freuen uns, Euch im neuen Jahr auf unserem Blog begrüßen zu dürfen.

Wie versprochen, wollen wir endlich mal wieder von der Palmenrettung berichten (Der Anfang der Palmenrettung). Unser letzter Blogartikel war ja bereits im September.

Im September hat die Palme ja noch wöchentlich Wurmhumus bekommen. Danach hat sie nur noch Mitte Oktober und Ende Oktober jeweils 3 Esslöffel von dem "Schwarzen Gold des Gartens" erhalten.

Aktuell sieht die Palme so aus:
Palme mit Wurmhumus Anfang Dezember
Seit dem letzten Post mit Foto im September hat unser Mensch noch einige braune Blätter abgeschnitten. Sie hat auch weitere frische Blätter bekommen und es kommen immer noch neue Blätter.

Außerdem hat die Palme im November eine gute Portion Kaffeetrester bekommen, da sie eigentlich eher saure Erde bevorzugt. Unser Wurmhumus ist basisch und daher eigentlich nicht der optimale Dünger für die Palme. Wie Ihr sehen könnt, hat sich die Palme trotzdem ziemlich gut entwickelt.

Im Herbst und Winter bis ins Frühjahr hinein legt die Palme eine Wachstumspause ein. Wir werden daher erst wieder in einigen Monaten über dieses Projekt berichten.

Hier geht es zum Anfang der Palmenrettung.

23. Dezember 2016

Weihnachtsplätzchen für Kompostwürmer

Wir Kompostwürmer haben inzwischen mitbekommen, dass es bald ein wichtiges Fest gibt. Ihr Menschen nennt es Weihnachten.

Auch wir Wurmis wünschen Euch ein gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest
und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
 
Und damit wir uns mit Euch freuen können, hat uns unser Mensch heute ein besonderes Leckerli gegeben. Dieses Leckerli ist für uns so etwas, wie die Weihnachtsplätzchen für Euch Menschen:

26. November 2016

Kompostwürmer werden gezählt und Wurmhumus geerntet

Vor ein paar Wochen hat unser Mensch uns Kompostwürmer gezählt und uns mit frischem Substrat versorgt. Das war aufregend für uns.

Vorbereitung der Wurmzählung und Humusernte

Er hat dafür zunächst die Kokoserde, die unser frisches Substrat werden sollte, in zwei Eimern gewässert. Als sie genug aufgequollen war, hat er einiges von der Kokoserde in eine zusätzliche Kiste (die Parkkiste) gelegt, damit wir uns darin nach der Zählung erst einmal verkriechen konnten.

Außerdem hat er zunächst eine einfache Plastiktüte genommen, wo er unsere Wurmerde kurz zwischengeparkt hat, bevor er sie in den Gewebesack umgeschüttet hat, wo sie endgültigt gelagert wird. Die Plastiktüte war durchsichtig und deshalb konnte er einfach kontrollieren, ob einer von uns Wurmis mit in die Tüte geraten ist, bevor er den Humus in den großen Sack geschüttet hat. Bei der Arbeit hat er natürlich Handschuhe getragen, wie die Profis das empfehlen.

Ernte von Wurmhumus und Zählung der Kompostwürmer
Das sah dann so aus: Rechts die Kiste, in der wir zuletzt gewohnt haben und in die wir nach Zählung, Wurmhumusernte und Reinigung der Kiste wieder einziehen werden. In der Mitte die Tüte, in der der Humus zwischengeparkt wird. Links, die Kiste in der wir Würmer zwischengeparkt werden, bis wir wieder in unsere alte Kiste einziehen.

Ein Trick bei der Wurmhumus-Ernte

Unser Mensch hat sich übrigens eines Tricks bedient:

30. Oktober 2016

Kompostwürmer - zu viele Würmer in der Wurmkiste?


Seit fast genau acht Monaten leben wir Kompostwürmer bei unserem Menschen in inzwischen zwei Wurmkisten. Anfang März waren wir 500 Dendros und lebten in einer Kiste. Seitdem haben wir uns kräftig vermehrt.

Eisenia hortensis (Dendrobena veneta) in einer Wurmkiste
Deshalb hat unser Mensch etwa drei Monate nach unserem Einzug in die erste Kiste für uns eine zweite Kiste mit Kokoserde und ein wenig Zeitungspapier vorbereitet. So sah das aus:
Wurmkiste mit Kokoserde und Zeitung vor dem Umzug der Kompostwürmer
Danach wurden etwa ein Drittel von uns Kompostwürmern mit unserem Substrat aus der ersten Kiste in die neue Kiste verlegt.

Nur wenige Minuten später haben sich viele Dendros bereits eingegraben:

Dendrobena veneta in einer Wurmkiste nach dem Einzug
Auch seit dieser Teilung haben wir fleißig weiter Nachwuchs produziert. Jetzt fragt Ihr sicher, ob wir uns weiter so vermehren, dass wir eines Tages so viele werden, dass es uns  in unseren Kisten zu eng wird und die Kisten vielleicht sogar "überlaufen"?

Wir können Euch beruhigen. Vor einer "Überbevölkerung" von uns Kompostwürmern müsst Ihr Menschen keine Angst haben. Wir werden bei unserem Menschen nicht eines Tages das ganze Badezimmer besiedeln.

Wie bei so vielen Dingen bei uns Kompostwürmern, die wir ja eine uralte Spezies sind, sehr viel älter als Ihr Menschen, haben wir im Laufe unserer Entwicklung gelernt, uns anzupassen.

Wir sind in der Lage, unsere Population unserer Umgebung anzupassen. Was das Wort "Population" bedeutet, fragt Ihr? In der Biologie bedeutet "Population" "die Tiere oder Pflanzen, die zur gleichen Zeit am selben Ort leben und sich miteinander fortpflanzen können" (Quelle: Wikipedia).

Das ist ganz einfach. Wenn es eng werden könnte, bekommen wir einfach weniger Nachwuchs. Wie viel Platz wir in unserer Kiste haben, merken wir ja. Zugegeben, wir müssen darüber nicht "nachdenken", wir haben auch keinen Anführer, der uns steuert, wir haben dieses Verhalten ganz einfach in unseren Genen.

Auch wenn wir weniger Futter bekommen, bekommen wir weniger Nachwuchs, damit weiterhin alle satt werden. In der Natur kann dies ja immer leicht passieren, dass weniger geeignetes Futter für uns zur Verfügung steht. Dass wir weniger Futter von unserem Menschen bekommen, wollen wir nicht hoffen.

Unser Mensch hat unsere Kisten seit der ersten Teilung vor fünf Monaten nicht mehr geteilt. Wir haben uns in der Zeit weiter kräftig vermehrt. Aber unser Mensch hat festgestellt, dass wir seit zwei bis drei Monaten deutlich weniger Kokons abgelegt haben. Es sind auch weniger Babywürmchen zu finden. Er hat daher keine Angst, dass wir eines schönen Tages sein ganzes Badezimmer bevölkern, weil es uns in unseren Kisten zu eng geworden ist.

Wenn unser Mensch zukünftig unsere Kisten wieder teilt und uns auf weitere Kisten verteilt, werden wir wieder mehr Kokons ablegen. Aus den Eiern in den Kokons werden dann wieder Babywürmchen schlüpfen.

Nach einer Teilung dauert es ein wenig, bis wir wieder Kokons ablegen, weil wir uns an unsere neue Umgebung erst gewöhnen müssen, insbesondere in den neu angelegten Kisten. Aber, sobald wir uns eingelebt haben, geht es wieder los. 

23. Oktober 2016

Kompostwürmer und der Herbst

Wir Kompostwürmer sind in einem gewissen Rahmen sehr anpassungsfähig. Das gilt auch für die Jahreszeiten und die damit verbundenen Temperaturen.

Hier im Rheinland ist seit einigen Wochen der Herbst eingekehrt. Die Temperaturen sind kräftig gesunken, insbesondere draußen in der Natur. Aber auch in der Wohnung unseres Menschen ist es kühler geworden.

Wohlfühl-Temperatur für Dendrobena veneta

Am liebsten haben wir es zwischen 15° C und 25° C. Bei diesen Temperaturen fühlen wir Dendros uns am wohlsten. Wenn unsere Kiste in der Wohnung steht, ist das von der Temperatur her für uns optimal.

Kompostwürmer in einer Wurmkiste im Herbst

Kompostwürmer im Herbst und Winter

Steht die Kiste aber im kalten Keller, in einer Garage oder gar in einem Gartenschuppen, müsst Ihr Menschen auf uns aufpassen. So lange es 5° C oder wärmer ist, besteht noch keine Gefahr für uns. Wird es aber frostig, solltet Ihr für uns ein wärmeres Plätzchen suchen oder Maßnahmen ergreifen, damit wir nicht erfrieren. Denn, Frost überleben wir leider nicht.

Außerdem müsst Ihr bei kühleren Temperaturen darauf achten, dass Ihr uns nicht überfüttert. Wir sind dann nämlich nicht mehr so aktiv und unser Stoffwechsel ist reduziert. Daher haben wir nicht so viel Hunger.

Wenn Ihr jetzt zu viel füttert und wir mit dem Fressen nicht hinterher kommen, könnte das Futter faulen und das ist gar nicht gesund für uns. Letztlich könnte die Kiste sogar (biologisch) "umkippen" und es setzt ein Massensterben ein. Am besten beobachtet Ihr uns um heraus zu finden, wie viel wir fressen und gebt uns dem entsprechend.

Übrigens, ein untrügliches Zeichen, dass Ihr uns zu viel Futter gegeben habt, ist, wenn das Futter anfängt zu faulen oder sogar zu stinken. Dann solltet Ihr alle faulen Stellen entfernen und entsorgen (z.B. im Biomüll). Normalerweise stinkt unsere Kiste nicht, sondern riecht angenehm nach Waldboden oder Laub oder nach dem, was Ihr uns als Futter gegeben habt (z.B. Kohl).

Kompostwürmer in der Wohnung 

Unser Mensch muss in seiner Wohnung nicht so sehr darauf achten, wie viel er uns füttert. Da dort die Temperaturen relativ konstant sind und nur wenige Grade Unterschied herrschen (es sei denn, es wird im Sommer richtig heiß: Kompostwürmer und die Hitze) , macht es nicht viel Unterschied, wie viel wir in den verschiedenen Jahreszeiten fressen.

Kompostwürmer draußen 

Anders ist es, wenn wir ständig draußen leben. Dann müssen wir auf jeden Fall vor Frost geschützt werden. Den vertragen wir nämlich gar nicht. Auch im Herbst besteht bereits Frostgefahr, selbst im milden Rheinland!


25. September 2016

Kompostwürmer lieben ihre Ruhe

Ihr werdet es kaum glauben, aber wir Kompostwürmer sind sehr genügsame kleine Kerlchen. Am liebsten haben wir einfach nur unsere Ruhe.

Dann können wir ungestört unserer absoluten Lieblingsbeschäftigung nachgehen, dem Fressen. Gebt uns leckeres Futter und Ruhe und wir produzieren für Euch den (beinahe?) besten Dünger der Welt: Wurmhumus.

Was wir gar nicht mögen und wodurch wir gestresst werden, sind Erschütterungen und Vibrationen. Dadurch werden wir nervös und versuchen unter Umständen sogar zu fliehen. Jedenfalls können wir uns nicht mehr in Ruhe dem Fressen widmen.

Warum Kompostwürmer keine Erschütterungen mögen

Der Grund ist der, dass wir durch leichte Erschütterungen gewarnt werden, wenn sich ein z.B. Maulwurf nähert. Dann gehen bei uns die Warnlampen an, weil er einer unserer ärgsten Fressfeinde ist. Für ihn sind wir eine Delikatesse. Deshalb mögen wir generell keine Erschütterungen.

Wenn Ihr überlegt, wo Ihr unsere Wurmkiste aufstellen sollt, dann gebt uns bitte ein möglichst erschütterungsfreies Plätzchen. (Mehr zum Thema: "Wohin mit der Wurmkiste?" .)

So sieht es aus, wenn Ihr Menschen Licht gemacht und in unserer Kiste gewühlt habt:

Wurmkiste mit Futter
Es gibt zwar viel leckereres Futter, aber wir Wurmis haben uns verkrochen.

Warum Kompostwürmer Licht meiden

Wie Ihr seht, mögen wir auch kein Licht. Dann verkriechen wir uns, weil wir uns vor UV-Licht in Acht nehmen müssen. Deshalb haben wir es auch ganz gerne, wenn der Deckel unserer Kiste, der natürlich zahlreiche Luftlöcher hat, verschlossen ist. Dann können wir ganz ungestört in unserer dunklen Kiste herumkriechen.

Über Licht haben wir auch bereits einen Post verfasst: Kompostwürmer und das Licht - Vorsicht UV-Licht. Einen Trick, wie Ihr uns beobachten könnt, haben wir Euch auch schon verraten: Wie Kompostwürmer beobachten?

Übrigens, wir lieben es auch nicht so sehr, wenn Ihr zu oft nach uns schaut. Dann macht Ihr ja auch immer Licht an und wir müssen die Flucht ins Substrat ergreifen. Unser Mensch schaut zum Glück inzwischen nicht mehr so oft nach uns.

9. September 2016

Kompostwürmer geben etwas zurück - Wurmhumus - Teil 3

Seit Ende Juli 2016 arbeiten wir Kompostwürmer mit unserem Menschen an seinem Projekt zu Rettung seiner Palme mit dem Produkt unserer Lieblingsbeschäftigung, dem Wurmhumus. In zwei Posts habe ich bereits darüber berichtet: Teil 1 und Teil 2 .  Heute gibt es wieder was zu erzählen.

Wir Ihr auf dem Foto sehen könnt

Frisches Blatt der Palme

hat die Palme inzwischen neue Blätter bekommen, in sattem Grün, wie Ihr im Vordergrund sehen könnt. Im Hintergrund seht Ihr noch alte Blätter mit braunen Stellen.

Wenn Ihr jetzt noch bedenkt, wie dieses satte Grün entstanden ist: Am Anfang stand die Wurmkiste mit feuchtem Zeitungspapier (Vorbereitung der Wurmkiste), dann kamen wir Kompostwürmer hinzu (Der Einzug), wir bekamen die für uns bekömmlichen Küchenabfälle, weiltere Zeitungen und Karton und ein paar (Mineralien) zu fressen und haben uns an die Arbeit gemacht. Dabei ist Fressen unsere absolute Lieblingsbeschäftigung und unser Mensch braucht nicht einmal einen Garten. Ist das nicht toll?

Ab September bekommt die Palme nur noch ein Mal pro Woche ein bis zwei Löffel von unserem Wurmhumus und nicht mehr mehrmals wöchentlich.

Wir halten Euch weiter auf dem Laufenden. Anfang Januar gibt es einen neuen Post (Teil 4) am 2.4.17 Teil 5

4. September 2016

Kompostwürmer lieben Zeitungen

Ihr werdet es kaum glauben, aber wir Kompostwürmer sind Fans der guten, alten Zeitung, ganz klassisch aus Papier. Unser Mensch versorgt uns regelmäßig mit dem Lesestoff.

Kompostwürmer mit Frischfutter und Zeitungen
Zugegeben, auf dem Foto seht Ihr uns nicht, da wir uns gerade mal wieder verkrochen haben. Unser Mensch hat zu viel Licht gemacht und in unserer Kiste herumgewühlt. Da haben wir uns eben mal verdrückt. Später wollte er uns nicht schon wieder stören und mit Licht stressen, deshalb hat er das Bild lieber ohne uns gemacht.

Ihr werdet Euch auch fragen, was soll das mit den Zeitungen, die Wurmis haben doch gar keine Augen und können folglich auch nicht lesen?

Damit liegt Ihr vollkommen richtig! Vielmehr dreht es sich auch hier mal wieder ums Fressen. Wir lesen die Zeitungen nicht, sondern haben sie zum Fressen gern. Die Zeitungen bestehen aus Zellstoff und der habt einen hohen Anteil an Kohlenstoff. Kohlenstoff fehlt in unserem Frischfutter weitgehend. Wir brauchen ihn aber für unsere Gesundheit und unsere Verdauung. Dann gibt es außerdem schön krümeligen Wurmhumus.

Statt Zeitungen fressen wir aber auch sehr gerne Wellpappe, Rollen von Küchen- oder Toilettenpapier, unbehandelten Karton, Kaffeefilter (siehe Foto), Teebeutel, etc., alles zerkleinert, unbedruckt und ohne Aufkleber und Klammern. Fachleute sagen, Papier oder Karton sollte etwa 30% Anteil an unserem Futter haben. Bitte kein Hochglanzpapier und kein (z.B. mit Chlor) gebleichtes Papier füttern. Das ist für uns giftig. Werbeprospekte könnt Ihr leider nicht in unserer Kiste entsorgen!

HINWEIS: Eierkartons bekommen wir nicht mehr, da sie mit Keimen von den Eiern belastet sein oder für uns ungesunde Inhaltsstoffe enthalten können.

Diese Zeitungen und Kartons könnt Ihr auch zur Feuchtigkeitsregulierung unseres Substrats verwenden. Wenn das Substrat matschig geworden ist, könnt Ihr sie trocken einbuddeln. Sie nehmen dann einen Teil der überschüssigen Feuchtigkeit auf. Ist es zu trocken, solltet Ihr das Material vor dem Einbuddeln gut wässern.

Was Ihr auf dem Foto nicht seht: Unser Mensch hat auch jede Menge Karton für uns ins Substrat eingebuddelt. Deshalb hat er so viel in unserer Kiste herumgewühlt und uns damit gestresst.

Übrigens: In unserer Wurmkiste hat alles mit Zeitungen angefangen: Der Anfang: Vorbereitung der Wurmkiste .

Es gibt übrigens auch einiges, was wir Kompostwürmer nicht fressen. Das könnt Ihr hier lesen. 

25. August 2016

Kompostwürmer benötigen Mineralien

Wie so oft, dreht es sich heute bei uns Kompostwürmern wieder ums Futter. Über unsere verschiedenen Lieblingsfutter habe ich ja bereits in diversen Posts berichtet.

Wir bekommen von unserem Menschen überwiegend das, was in der Küche übrig bleibt: Obstreste, z.B. Apfelkitsche, Schalen von Obst und Gemüse, Blätter von Gemüse und Salat, die unser Mensch sonst entsorgen würde, u.s.w. Außerdem bekommen wir Kaffeetrester mit Filtertüte, Eierschalenpulver, Eierkartonschnipsel, Zeitung, etc.

Diese ganzen für uns guten Sachen haben, bis auf das Eierschalenpulver, eines gemeinsam: es fehlen Mineralien und Spurenelemente. Für unseren Mineralhaushalt benötigen wir die aber dringend. Ansonsten können wir sogar unsere Fähigkeit zur Fortpflanzug wieder verlieren, wenn wir an Mineralmangel leiden. Das erkennt Ihr daran, dass sich unser Clitellum zurück bildet. oder es bildet sich erst gar nicht.  Außerdem kann es passieren, dass wir immer dünner werden.

Unser Mensch gibt uns deshalb etwa einmal wöchentlich einen Mineral Mix in Pelletform.

Mineral Mix-Pellets für Kompostwürmer
Den kann man über das Internet bei Händlern beziehen, die auch Kompostwürmer verkaufen. Dieser Mineral-Mix enhält nicht nur verschiedene Mineralien, sondern auch Spurenenlemente und Kalk und viele andere für uns gute Inhaltsstoffe, die uns helfen gesund zu bleiben.

Damit wir die Inhaltsstoffe der Pellets zu uns nehmen können, müssen wir erst warten, bis sie in der Feuchtigkeit des Substrats aufgequollen sind. Die Pellets  helfen daher auch, dem Substrat etwas Feuchtigkeit zu entziehen.

Wenn es aber schneller gehen soll, geht es auch so, wie auf dem Foto: unser Mensch hat aus den Pellets einen Brei gemacht (1 Teil Pellets auf 2 Teile Wasser).
Mineral-Mix-Brei mit Dendros

Alternativen zum Mineral-Mix

Statt Mineral Mix geben manche Menschen ihren Kompostwürmern in der Wurmkiste zur Versorgung mit Mineralien Urgesteinsmehl. Davon gibt es verschiedene Sorten, was auf Wikipedia erklärt wird. Ich habe leider keine Erfahrung damit. Oder die Menschen geben Erde aus dem Garten in die Wurmkiste. Dafür kommt es aber sehr auf die Zusammensetzung der Erde an. Auch damit habe ich leider keine Erfahrung.

Weitere Posts zum Thema Futter findet Ihr hier.

20. August 2016

Kompostwürmer geben etwas zurück - Wurmhumus -Teil 2

Vor einer Woche haben wir angefangen, über die Entwicklung der Palme unseres Menschen zu berichten (Palme mit Wurmhumus-Teil-1). Die Palme bekommt seit Ende Juli regelmäßig zu jedem Gießen, d.h. ca. 2 bis 3 Mal pro Woche 1 bis 2 Löffel von dem Produkt unserer Lieblingsbeschäftigung von uns Kompostwürmern, nämlich Wurmhumus. Vorher hat die Palme nur ganz gelegentlich Wurmhumus bekommen (so 3 bis 4 Mal in den 3 Monaten davor).

Die Palme ist deswegen so besonders, weil sie vor etwa 1,5 Jahren durch eine Bautrocknung geschädigt worden ist und neue Blätter immer schon braune Spitzen bekommen haben, bevor sie überhaupt aufgegangen sind. Außerdem ist sie seit der Bautrocknung sehr geschrumpft. Vorher ging sie fast bis zur Decke. Und, sie hat mehr Blätter verloren als neue bekommen.

Aktuell ist es so, dass sich die Palme offensichtlich ihrer alten und kranken Blätter entledigt. Unser Mensch hat seit letzter Woche 6 braune Blätter abgeschnitten. Ihr seht auch jetzt noch viele braune Stellen.

Aber! Sie bekommt so viele neue Blätter wie noch nie. Unser Mensch zählt 15 bis 16 verschieden lange, grüne "Stengel", die noch nicht aufgehen. Die neuen Blätter, die bereits aufgehen, nicht mitgezählt. Vor einer Woche waren es noch um die 10. Auf dem Foto seht Ihr nicht alle neuen Spitzen, aber recht viele.

Palme eine Woche später

Wir hoffen, dass sie sich weiter so gut entwickelt und halten Euch auf dem Laufenden.

Inzwischen gibt es Neuigkeiten vom 9.9.16: Teil 3 , vom 6.1.17: Teil 4  und vom 2.4.17: Teil 5

13. August 2016

Kompostwürmer geben etwas zurück - Wurmhumus - Teil 1

Die Lieblingsbeschäftigung der Kompostwürmer

Die absolute Lieblingsbeschäftigung von uns Kompostwürmern ist Fressen. Gerade wir Dendrobena veneta können eine Menge Futter verdrücken. Es wird behauptet, wir würden täglich bis zu unserem halben Körpergewicht wegputzen. Manche Menschen meinen, wir würden sogar noch mehr schaffen.

Das "Schwarze Gold des Gartens"

Aber wir Dendros nehmen nicht nur. Wir geben auch etwas zurück: den von uns produzierten Wurmhumus. Der soll ausgesprochen Nährstoffreich sein, so sehr, dass manchmal sogar vom "Schwarzen Gold des Gartens" gesprochen wird. Ich finde das etwas übertrieben. Aber seis drum. Ich habe mir das nicht ausgedacht.

Experiment Palmenrettung

Unser Mensch hat jedenfalls inzwischen ein paar Mal, ein wenig Wurmhumus aus unserer Kiste entnommen. Er gibt ihn einer Pflanze, die im letzten Jahr im Frühjahr wegen einer Bautrocknung sehr gelitten hat und sich davon nicht wieder erholen konnte.

Es handelt sich um eine Chrysalidocarpus lutescents - Areca Palme (auch Goldfrucht-Palme genannt), die schon viele Jahre bei unserem Menschen im Wohnzimmer steht. Diese Palme war bis zu der Bautrocknung (nach einem Wasserrohrbruch) fast bis zur Decke gewachsen. Aktuell sieht sie so aus:
Areca Palme geschädigt durch Bautrocknung
Unser Mensch will seiner geliebten Palme eine Chanche geben und wir Kompostwürmer hoffen, ihm dabei helfen zu können.

Palmenrettung mit Wurmhumus: Der Anfang

Seit Ende Juli gibt es jetzt regelmäßig 2 bis 3 Mal pro Woche immer mit dem Gießen 2 Löffel Wurmhumus dazu. Vorher gab es nur vereinzelt und unregelmäßig kleine Portionen Wurmhumus. Wir wollen der Palme dabei helfen, neue und gesunde Blätter zu bilden. Die Blätter, die sich seit der Trocknung gebildet hatten, hatten oft schon braune Spitzen, bevor sie sich überhaupt geöffent hatten.

Jedenfalls kann unser Mensch jetzt schon beobachten, dass mehr als 10 neue Blätter kommen. So viele gab es seit der Bautrocknung nicht auf einmal. Und sie haben fast keine braunen Spitzen mehr.

Außerdem scheint sich die Pflanze alter (kranker?) Blätter zu entledigen. Es gibt parallel zu den sich neu bildenen Blättern auch einige, die braun werden und dann abgeschnitten werden können.

Wir halten Euch auf dem Laufenden über die Entwicklung der Palme mit hoffentlich positiven Nachrichten.

Inzwischen gibt es Neuigkeiten: Teil 2  und Teil 3  und  Teil 4  und Teil 5 .

Kompostwürmer und noch einmal lecker Futter

Zum Thema Futter für uns Kompostwürmer kann man viel sagen. Das hatte ich ja bereits erwähnt (z.B. hier ein Lieblingsfutter , Tricks fürs FutterTipps fürs Futter .)

Ich hatte auch schon einmal darauf hingewiesen, dass es für uns leichter ist, Futter zu verwerten, wenn es für uns ein wenig vorbereitet worden ist. Ein Trick ist beispielsweise, festes Futter zunächst einzufrieren, damit es davon (nach dem Auftauen) weicher wird.

Ein anderer Trick ist die Vorbereitung mit Pürierstab oder Mixer. Wobei es nicht unbedingt erforderlich ist, das Futter zu Brei zu verarbeiten. Eher im Gegenteil, denn wenn die Breischicht zu dick ist und wir die nicht schnell genug essen können, kann sie wegen Sauerstoffmangels faulig werden. Das ist dann für uns nicht gut und es fängt an zu stinken.

Unser Mensch hat für uns Kohlrabiblätter mit dem Pürierstab ein wenig vorbereitet. Das sah dann so aus:
Kohlrabiblätter mit dem Pürierstab zerkleinert
Abends haben wir das Futter bekommen. Am nächsten Morgen haben wir uns daran bereits gütlich getan, wie ihr auf dem Foto sehen könnt. Übrigens, ganz viele meine Kumpels sind unter dem Futter. Die könnt Ihr auf dem Foto gar nicht sehen.

Wenn unser Mensch uns die Blätter unzerkleinert gegeben hätte, hätten wir am nächsten Morgen damit noch längst nichts anfangen können, warum, könnt Ihr in dem Post nachlesen (Warum wir in unserem Futter herumkriechen).

5. August 2016

Kompostwürmer brauchen Feuchtigkeit

(Ergänzt am 15.9.16 u. 29.1.17)
Es gibt etwas, das für uns Kompostwürmer ausgesprochen wichtig ist: Feuchtigkeit. Wir Dendros brauchen und lieben Feuchtigkeit. Wir brauchen sie insbesondere deshalb, weil wir durch unsere Haut atmen. Und sie  muss dafür feucht sein.

Auf dem Foto
Dendrobena veneta in der Wurmkiste
seht Ihr uns nur in feuchten Bereichen. Auf dem trockenen Karton oder dem anderen trockenen Futter seht Ihr uns nicht. Trockene Stellen meiden wir nach Möglichkeit.

Wenn es im Sommer warm und zu trocken wird, dann bilden wir mit unseren Kumpels ein Knäul, um weniger Feuchtigkeit zu verlieren und nicht auszutrocknen. Aber das überleben viele von uns oft nicht. Deshalb ist es lebensnotwendig für uns, dass unser Substrat immer ausreichend feucht ist. Einen Test, ob sie richtig ist, könnt Ihr machen, indem Ihr eine handvoll Substrat (ohne Würmer und Kokons natürlich!) nehmt und ausdrückt. Dann sollten ein paar Tropfen Wasser heraustropfen.

Speziell wir Dendros lieben es eher etwas zu feucht als zu trocken. Wir tummeln uns immer gerne an den feuchtesten Stellen in unserer Kiste. Übrigens können wir in ausreichend sauerstoffreichem Wasser sogar eine kleine Weile unter Wasser atmen. Wie lange wir es unter Wasser aushalten, hat unser Mensch zum Glück mit uns nicht ausprobiert. Deshalb kann ich dazu leider (oder glücklicherweise?) nichts sagen. Update vom 15.9.2016  : Einer unserer Kumpels hat einmal ein Bad genommen und musste gerettet werden. Was genau geschehen ist, findet Ihr in: Kompostwürmer und die Hitze

Tipp für den Winter: Auch im Winter müsste Ihr darauf achten, dass es in unserer Kiste feucht genug ist. Das gilt insbesondere dann, wenn unsere Kiste in der Wohnung steht. Dann kann nämlich die trockene Heizungsluft für Probleme sorgen.

3. August 2016

Wie Kompostwürmer beobachten? - ein Trick

Vor einiger Zeit habe ich Euch ja schon mal etwas darüber erzählt, welches Verhältnis wir Kompostwürmer zum Licht haben (Post zum UV-Licht). Nicht etwa, dass wir zum lichtscheuen Gesindel gehören. Wir führen absolut nichts Böses im Schilde und trotzdem scheuen wir Licht, fast wie der Teufel das Weihwasser.

Lange Rede kurzer Sinn, UV-Licht ist für uns gefährlich. Eine zu hohe Dosis UV-Strahlung ist sogar lebensgefährlich für uns Kompostwürmer. Deshalb haben wir Sinneszellen, mit denen wir Licht wahrnehmen können und verkriechen uns so schnell wie möglich, sobald wir es bemerken.

Darum ist es so schwierig, uns zu beobachten oder gar zu fotografieren.

Jetzt kann ich Euch aber einen Trick verraten, wie Ihr Menschen uns beobachten könnt und wir uns trotzdem nicht ängstlich verkriechen. Auf dem Foto könnt Ihr es erkennen:
 
Kompostwürmer bei Rotlicht

Ihr könnt uns beobachten, wenn Ihr Rotlicht verwendet. Das Rotlich können wir mit unseren Sinneszellen nämlich nicht wahrnehmen. Aber, bitte grillt uns nicht! Rotlicht wird auf Dauer sehr warm. Daher bitte mit der Lampe Abstand halten, denn Hitze vertragen wir gar nicht. Außerdem trocknet unser Substrat aus, wenn Ihr uns zu lange mit Rotlicht in unserer Kiste beobachtet. Deshalb, bitte keine Dauerbeleuchtung mit Rotlicht! Ihr wollt ja sicher nicht, dass wir einen Hitzschlag bekommen.

31. Juli 2016

Kompostwürmer und ein weiteres Lieblingsfutter

Eigentlich sollen wir Kompostwürmer ja nichts Gekochtes zu fressen bekommen (auf einen Komposthaufen gehören auch keine gekochten Essensreste).

Vor ein paar Tagen hat unser Mensch für uns aber eine Ausnahme gemacht. Es gab (mehlige) Kartoffeln. Und zwar hat er die rohe Kartoffel ohne Schale  in kleine Würfel geschnitten und ca. 3,5 Minuten mit ein wenig Wasser (und ohne Salz!) in der Mikrowelle gekocht. Zwischendurch hat er einmal umgerührt, um das Wasser gleichmäßig zu verteilen. Danach waren die Kartoffel so weich, dass er sie kneten konnte.

In unserer Kiste sah das dann so aus:
Kartoffeln in der Wurmkiste
Er hat  die Kartoffeln (nach dem Abkühlen!) in unsere Kiste gelegt und mit etwas älterem Futter vermischt, damit wir sie schneller fressen können (das Glas steht da noch aus der heißen Zeit, da war es, um unsere Kiste zu kühlen, mit kaltem Wasser gefüllt und hatte einen Deckel).

Nur drei Tage später haben wir die Kartoffeln fast vollständig vertilgt:
Reste der Kartoffeln in der Wurmkiste - 3 Tage später
Ihr könnt sehen, wie wir uns genüsslich an den Kartoffeln vermachen  (dazwischen liegt ein Stück Eierkarton, über das wir uns später hermachen werden). Die weichen Kartoffeln mögen wir wirklich gern. Aber leider bekommen wir sie nicht oft (wie vieles, was wir gerne essen. Das ist bei uns Kompostwürmern nicht anders als bei euch Menschen.), weil Kartoffeln relativ viel Protein enthalten und daher zu viel nicht gut für uns ist. Es droht sonst eine Proteinvergiftung, die für uns tödlich enden kann.

Es gibt auch einiges, was wir Kompostwürmer nicht fressen. Das haben wir Euch in einem eigenen Post aufgeschrieben.

28. Juli 2016

Das Schmatzen der Kompostwürmer

Manche Menschen behaupten, dass wir Kompostwürmer schmatzen. Ob das stimmt, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich habe ja keine Ohren und deshalb kann ich es nicht hören.

Aber wir Kompostwürmer sind ja ständig in unserer Kiste in Bewegung. Es geht auch ständig rauf und runter, aus der Erde raus, in die Erde rein.

Wie Ihr auf dem Foto erkennen könnt, ist fast immer nur ein Teil von uns Würmern zu sehen.

Kompostwürmer in der Wurmkiste
Der Rest ist unter der Oberfläche im Substrat, auf dem Weg nach unten oder oben. Wenn wir uns so bewegen, dann hört man leise Geräusche aus der Kiste. Diese Geräusche hören sich tatsächlich an wie Schmatzen. Deshalb behaupten manche Menschen - scherzhaft -, wir würden Schmatzen.

Allerdings entstehen diese Schmatzgeräusche in Wirklichkeit nicht vom Kauen mit offenem Mund. Vielmehr bilden sich bei unserem Kriechen durchs Substrat kleine Luftbläschen. Und wenn die zerplatzen, dann hört sich das so ähnlich wie Schmatzen an. Wenn Ihr uns also "Schmatzen" hört, dann ist das ein gutes Zeichen, denn wir kriechen munter durch unsere Wurmkiste.

In einem Punkt können wir Euch Entwarnung geben: Wenn Ihr in unserer Kiste kein "Schmatzen" hört, dann bedeutet das nicht unbedingt, dass wir alle schlafen oder gar Schlimmeres.

Es kann vielmehr einfach an der Struktur unseres Substrats liegen. Wenn es etwas grober ist, dann bilden sich keine Luftbläschen und dann könnt Ihr auch nichts hören. Das hat unser Mensch festgestellt, als er den fertigen Humus bei der Ernte durch Kokoserde ausgetauscht hat. Danach waren wir nicht mehr zu hören.

21. Juli 2016

Kompostwürmer und das Licht - Vorsicht vor UV-Licht

Fällt Euch an dem folgenden Foto etwas auf?
Kompostwürmer Eisenia hortensis = Dendrobena veneta
Ihr seht eine Menge von uns Dendros, aber keinen von uns in voller Länge. Warum? Wir sind praktisch ständig in Bewegung und kriechen aus dem Boden raus oder hinein. Wenn wir aber von einem Fotoblitz getroffen werden, dann erschrecken wir uns regelrecht und verschwinden schnellstmöglich im Boden.

Wobei wir zum Thema Fotoblitz noch bemerken müssen, dass mit der Handycamera unsere Kiste immer erst einige Sekunden beleuchtete wird, bis sich die Kamera scharf gestellt hat, und danach erst für das Foto der eigentliche Blitz ausgelöst wird. Diese mehrere Sekunden lange, helle Beleuchtung ist wahrscheinlich das Licht, das uns flüchten lässt.

Dieses Verhalten von uns Kompostwürmern hat einen einfachen und sehr wichtigen Grund. Wir müssen uns vor UV-Licht wirklich fürchten. UV-Licht ist sehr gefährlich für uns. Innerhalb relativ kurzer Zeit können wir sterben, wenn wir dem UV-Licht ausgesetzt werden. Die genaue Dauer kann ich Euch nicht sagen. Manche Menschen behaupten, es brauche nur ein paar Minuten, andere sagen, es dauere eine Stunde. Ausprobieren möchte ich das nicht und unser Mensch hat es auch nicht mit uns getestet.

Bekanntlich haben wir ja keine Augen, weil wir die im Boden ohnehin nicht brauchen könnten. Deshalb besitzen wir Sinneszellen, die Licht wahrnehmen können. Darüber können wir wahrnehmen, wenn es hell wird. Und verschwinden dann schnellstmöglich im Untergrund unserer Kiste. Deshalb ist es auch so schwierig, ein komplettes Foto von uns zu bekommen. Wir sind schneller als der Fotoapparat, jedenfalls dann, wenn wir vor dem Blitz mehrere Sekunden lang beleuchtet werden (s.o.). Interessant ist in diesem Zusammenhang sicher auch unser Post Kompostwürmer lieben ihre Ruhe

20. Juli 2016

Kompostwürmer und Tricks für ihr Futter

In vorhergehenden Posts habe ich ja schon erklärt, dass wir Komostwürmer oft ein paar Tage oder auch deutlich länger warten, bis wir unser angebotenes Futter fressen können. Der Grund ist, dass Mikroorganismen unser Futter für uns erst essbar machen müssen. Je härter das Futter ist, um so länger dauert es, bis wir Würmer es fressen können.

Es gibt aber kleine Tricks, wie Ihr uns helfen könnt, damit es etwas weicher wird. Manche Menschen kochen Gemüseschalen kurz mit ein wenig Wasser in der Microwelle. Dann werden die Schalen weicher.

Kurz in der Microwelle gekochte Möhrenschalen
Die Möhrenschalen auf dem Foto waren ca. eine Minute in der Microwelle und danach deutlich weicher als die rohen Schalen. Unser Mensch hat das Wasser abgeschüttet und uns dann die abgekühlten Schalen gegeben.

Ein anderer Trick ist, das Futter in der Tiefkühltruhe einige Stunden durchzufrieren. Das Wasser, das beim Auftauen frei wird, könnt ihr in einem Sieb abtropfen lassen. Dann wird unser Substrat nicht so nass.

18. Juli 2016

Kompostwürmer und ihr Futter - ein paar Tipps

Über Futter habe ich Euch ja bereits ein wenig erzählt. Z.B., dass wir Kompostwürmer Mehl lieben, aber wegen des Proteins nicht zu viel davon fressen dürfen. Auch, dass wir Kaffee und Filtertüten zum Fressen gern haben.

Aber wir Kompostwürmer bekommen natürlich auch unser ganz normales, "tägliches Futter". Keine Angst, wir brauchen nicht täglich neues Futter. Viele Menschen füttern uns in größeren Abständen. Ihr müsst nur darauf achten, dass Ihr uns nicht so viel gebt, dass es anfängt zu faulen.

Wir bekommen viel von dem, was in der Küche an organischen "Abfällen" von den Menschen ansonsten entsorgt würde. Wir fressen beispielsweise gerne Obstschalen und Gemüseschalen. Auf dem Foto seht Ihr eine kleine Auswahl:

Eine Futterauswahl für Kompostwürmer
Dort seht Ihr Tomatenschalen, zerkleinerte (braune) Bio-Bananenschalen, Kohlrabischalen, Apfelschalen, Kartoffelschalen, pulverisierte Eierschalen, Kartonstückchen, Filtertüte mit Kaffee ... .

Aber Achtung! Alles was wir fressen wollen, muss zunächst in einen für uns geeigneten Zustand gelangen. Es muss von unseren Mitbewohnern in der Kiste und Mikroorganismen für uns vorbereitet werden, damit wir es fressen können.

Daher kann es sehr unterschiedlich lang dauern, bis wir das angebotene Futter verwerten können. Wenn wir nicht sofort an frisches Futter gehen und davon fressen, dann nehmt es uns nicht gleich wieder weg. Es kann einige Tage oder sogar Wochen oder Monate (je härter und fester das Futter ist um so länger) dauern, bis wir davon fressen. Daher habt Geduld mit uns. Ihr könnt uns allerdings helfen, wenn Ihr unser Fresschen vorher gut zerkleinert oder püriert.

Es gibt aber einiges in der Küche, das wir besser nicht bekommen sollten oder überhaupt nicht vertragen: Das ist Saures, Salziges, stark Gewürztes, Fettiges und Öliges. Besonders Fettiges und Öliges vertragen wir nicht auf unserer Haut. Wir atmen durch unsere Haut und wenn sie fettig oder ölig wird, ist dies für uns nicht mehr möglich. Wir können davon ersticken.

Auch kann man sagen, dass alles, was nicht auf einen Komposthaufen gehört auch nicht für uns als Futter geeignet ist.

Es gibt einen Tipp, den Ihr am besten befolgen solltet, wenn Ihr uns Futter gebt: Bedeckt nie die ganze Oberfläche mit Futter und verteilt verschiedenes Futter auf getrennte Häufchen. Dann könnt Ihr beobachten, welches Futter wir fressen und welches wir meiden. Und wir haben immer eine Fläche ohne Futter in die wir ausweichen können, wenn wir Futter nicht mögen.

Zum Thema Futter gibt es sehr viel zu sagen. Das kann man nicht in einen Post schreiben. Daher wird es später mehr dazu geben. 

10. Juli 2016

Kompostwürmer und die Hitze


Heute ist es ganz schön heiß. In der freien Natur im Rheinland sind es über 30°C. Aber obwohl wir Kompostwürmer uns in der Wohnung unseres Menschen in einem fensterlosen Raum befinden, merken wir das langsam auch. Zum Glück ist es in unserer Wurmkiste noch deutlich unter 30°C. Aber leider hat unser Mensch keine Klimaanlage.

(Update vom 15.9.16: Wichtiger Hinweis am Ende dieses Beitrags!!! )

Deshalb hat er sich für uns etwas ausgedacht:

"Klimaanlage" für Kompostwürmer


Nein, es gibt als Trost gegen die Hitze keine Erdbeermarmelade. In dem Glas, das im Substrat eingebuddelt ist, befindet sich vielmehr kaltes Wasser. Nicht eiskalt, sondern aus der Wasserleitung. So, dass es für uns angenehm ist. Wie Ihr seht, haben wir es uns am Glas gemütlich gemacht. In der Erde sind noch mehr von uns am Glas. Die könnt Ihr aber nicht sehen. Wenn das Wasser warm geworden ist, tauscht unser Mensch es gegen kaltes aus. Das tut gut!

In unserer Kiste sind mehrere Gläser verteilt.

Kompostwürmer am und unter dem kalten Glas

Auf dem Foto hat unser Mensch ein Glas angehoben. Ihr seht, wie wir uns unter dem Glas versammelt und es uns auf dem Glas gemütlich gemacht haben.

Achtung wichtiger Hinweis !!! Wir Kompostwürmer lieben es, uns überall durchzuquetschen und reinzukriechen. Am heutigen Morgen hat unser Mensch einen unserer Kumpels in einem geschlossenen Wasserglas entdeckt. Obwohl er bereits mittelgroß war, hat er es geschafft, sich irgendwie unter dem Deckel durchzuquetschen.

Zum Glück können wir Dendrobena veneta eine Weile unter Wasser überleben, so dass er putzmunter gerettet werden konnte. Wie lange er in dem Glas war, wissen wir leider nicht. Daher ist es wichtig, das Wasser häufig zu wechseln, damit es ausreichend Sauerstoff enthält und zu kontrollieren, ob auch keiner von uns ein Bad genommen hat.

Weil es wichtiger war, unseren Kumpel zu retten, gibt es leider kein Foto von dieser Aktion.

3. Juli 2016

Das Aussehen der Riesen-Rotwürmer syn. Dendrobena veneta

Wenn wir Kompostwürmer so durch unser Futter kriechen, wundert Ihr Euch wahrscheinlich über uns. Was sind das alles für Würmer, fragt Ihr Euch sicher? Auf dem Foto jedenfalls seht Ihr uns "Riesen-Rotwürmer", wobei wir auch "Dendrobena veneta" oder von Wissenschaftlern "Eisenia hortensis" und im Ausland auch "European nightcrawler" genannt werden. Wir sind aber auch noch unter weiteren Bezeichnungen bekannt.

Riesen-Rotwürmer (Dendrobena veneta) zwischen Futter
Wir Riesen-Rotwürmer sind gar nicht alle rot. Manche von uns sind sehr hell, fast sogar durchsichtig, so dass man unseren Darm sehen kann. Oft haben wir ein gelbes Schwanzende. Das ist ein Fettpolster. Einige von uns haben sogar zwischen den Segmenten gelbe Streifen. Auch unterschiedliche Lichtverhältnisse lassen unser Aussehen variieren. Es wird sogar behauptet, Dendros die draußen leben würden dunkler. Sonnenbrand kann das aber nicht sein, da wir die Sonne strikt meiden. Auf dem Foto seht Ihr uns Dendros, wie wir im Futter herumkriechen. Und wir leben drinnen.

Es ist allerdings nicht so schwierig unser Kopfende von unserem Schwanzende zu unterscheiden. Auf dem folgenden Foto könnt Ihr die Unterschiede gut erkennen:
Eisenia hortensis = Dendrobena veneta
Das Kopfende ist bei uns Riesen-Rotwürmern deutlich schmaler als unser Schwanzende. Es ist also das obere Ende meines Kumpels auf dem Foto. Noch einfacher wird es, wenn ein Ende gelb ist. Auf dem Foto ist es das untere Ende. Das gelbe Ende ist immer das Schwanzende.

Wenn Ihr uns aber von anderen Kompostwürmern unterscheiden wollt, wird es richtig schwierig. Sie sehen uns meist sehr ähnlich und die Unterschiede sind mit bloßem Auge oft nicht erkennbar. Die meisten europäischen Sorten werden nicht so groß wie wir Dendros. Wir Dendros werden so etwa bis 13 oder 15 cm lang. Angeblich wurden auch bis 20 cm lange Exemplare von uns gesichtet, wahrscheinlich mit Spezialfutter gemästet.

Wenn man uns nicht an der Länge unterscheiden kann, dann soll man mit einer großen Lupe oder unter dem Mikroskop unsere Borsten und andere Merkmale anschauen. Aber das ist schon sehr speziell. Deshalb kenne ich mich damit leider nicht aus. Da können dann wisschenschaftliche Quellen weiter helfen.

21. Juni 2016

Kompostwürmer und die Proteine im Futter

Heute Morgen haben wir ein besonderes Futter bekommen. Denn so viele Kompostwürmer auf einmal an der Oberfläche der Kiste - wie auf dem Foto - seht Ihr sonst nicht so oft:

Kompostwürmer bekommen ein besonderes Leckerli: Mehl
Wir fressen nämlich normalerweise gerne unser Futter auch von unten, so dass man uns beim Fressen nicht sehen kann.

Aber heute hat uns unser Mensch ein besonderes Leckerli gegeben. Dort wo Ihr uns auf dem Foto sehen könnt, hat er für uns eine dünne Schicht Mehl verstreut. Einfaches Weizenmehl, an dem wir uns ein paar Stunden später, nachdem es gut angefeuchtet war, genüsslich vermacht haben. Da das Mehl in dem feuchten Substrat nicht mehr erkennbar ist, könnt Ihr es auf dem Foto nicht sehen. Als das Foto gemacht worden ist haben wir das meiste wahrscheinlich auch schon vertilgt.

Leider bekommen wir Mehl nicht oft zu fressen, da es einen recht hohen Proteingehalt hat. Zu viel Protein im Futter kann bei uns eine Proteinvergiftung verursachen und daran können wir sogar sterben.

Unser Mensch ist zum Glück kein Angler. Denn Angler füttern ihre Würmer gerne mit Mehl, damit sie schön dick und fett werden. Wir haben da zum Glück nichts zu befürchten, auch wenn wir Mehl bekommen.

Es gibt noch anderes Futter, das wir nicht essen oder das nicht gut für uns ist. Dazu gibt es inzwischen einen Post Was Kompostwürmer nicht fressen .

12. Juni 2016

Kompostwürmer und das Wetter - nach einem Gewitter

Obwohl wir Kompostwürmer in unserer Wurmkiste in der Wohnung unseres Menschen leben, und vor allem mangels Ohren ja auch nicht hören können, bekommen wir Gewitter irgendwie mit. Erklären können wir das auch nicht.

Aber wir reagieren irgendwie nervös und unruhig und kriechen vermehrt auf den Wänden unserer Kiste herum. Es wird behauptet, wir könnten bei einem Gewitter die Veränderung des Luftdrucks spüren.

Wurmkiste in einer Wohnung nach einem Gewitter draußen
Auf dem Foto könnt Ihr sehen, wie die Kistenwände nach dem Gewitter aussehen. Wir haben unsere Spuren hinterlassen. Wie gesagt, unsere Kiste steht in einer Wohnung. Der Raum, in dem unsere Kiste steht, hat nicht einmal ein Fenster und inbesondere prasselt auch kein Regen auf unsere Kiste.

Unsere nahen Verwandten, die Regenwürmer, kommen bei Regen aus dem Boden an die Oberfläche. Zu den möglichen Gründen dafür, gibt es verschiedene Theorien: z.B. Angst vor dem Ertrinken, obwohl auch Regenwürmer - genau wie wir Dendros - in sauerstoffreichem Wasser atmen können (den Beweis findet Ihr in diesem Post: Kompostwürmer und die Hitze ). Manche meinen auch, sie wollen sich in den Pfützen einmal gründlich waschen. Es gibt aber auch die Idee, dass sie den Regen für Wanderungen nutzen wollen. Der tatsächliche Grund ist aber noch nicht erforscht.

6. Juni 2016

Kompostwürmer lieben Filterkaffee

Wir Kompostwürmer haben mit vielen Menschen zumindest eines gemeinsam: Wir lieben Kaffee! Kaffee gehört zu unserem Lieblingsfutter. Komischerweise kann es trotzdem ein paar Tage dauern, bis wir den Kaffee anrühren. Wie so oft beim Futter, habt Geduld mit uns und nehmt ihn uns nicht gleich wieder weg, wenn wir uns nicht sofort darauf stürzen.

So sah der Kaffee aus als er frisch war. Es war wenige Tage alter Kaffeetrester, gemischt mit zerstoßenen Eierschalen in der gebrauchten Filtertüte.

Eine frische Tüte Filterkaffee
Die Eierschalen sollen den Ph-Wert des Kaffees ein wenig anheben. Wie Ihr auf dem letzten Foto in diesem Post sehen könnt, fressen wir sie einfach mit.

Auf dem nächsten Foto holen wir Kaffeejunkies uns unsere Portion Koffein.

Kompostwürmer holen sich ihre Portion Kaffee
Und so sah die Filtertüte nach ca. drei Wochen aus: ratzekahl leer gefressen. Im Gegensatz zu den Menschen haben wir Würmer auch die Filtertüte zum Fressen gern, wie Ihr sehen könnt. Die Tüte besteht aus Zellstoff und den mögen wir.

Leergefressene Kaffeefiltertüte

Aber bitte entfernt vorher Metallklammern o.ä., damit wir uns nicht verletzen können. Außerdem machen die sich im Wurmhumus nicht so gut.

3. Juni 2016

Wo kommen die Babys in der Wurmkiste her?

Die Babys werden auch bei uns Kompostwürmern nicht vom Klapperstorch gebracht.

Wir wachsen vielmehr in einem Ei heran, aus dem wir schlüpfen, wenn wir reif dafür sind. Das befruchtete Ei wird vom Wurm nach der Paarung abgelegt und von einem Kokon geschützt. Jeder Kokon beeinhaltet bei uns Dendros immer nur ein Ei. Und meistens schlüpft pro Ei auch nur ein Baby-Wurm.

So wie auf dem Bild kann ein Kokon aussehen. Als Größenvergleich liegt ein Streichholzende daneben.

Kokon neben Streichholzende

Der Kokon hat je nach Alter eine unterschiedliche Farbe und wird bis zum Schlüpfen immer dunkler. Die kleinen, weißen Stückchen, die Ihr auf dem Bild sehen könnt, sind Eierschale.

Vom Ablegen des Kokons bis bis zum Schlüpfen des Baby-Wurms vergeht je nach Temperatur und anderen Bedingungen der Umgebung (z.B. Feuchtigkeit, vorhandene Nährstoffe) unterschiedlich viel Zeit, ab etwa 20 Tage bis Ende offen. Der Baby-Wurm kann sogar "warten" bis zum Schlüpfen, bis sich die Bedingungen verbessert haben, z.B. wenn es zu kalt ist bis es warm genug ist.

Kokons mit dunkler Farbe an der Oberfläche sind oft bereits leer. Wir legen unsere Kokons zum Schutz vor Fressfeinden nämlich meistens einige Zentimeter unter der Oberfläche ab.

Update: Übrigens, damit wir Komostwürmer geschlechtsreif werden und auch bleiben, brauchen wir in unserem Futter auch Mineralien. Diese sind in den herkömmlichen Küchenabfällen, die wir in unserer Kiste bekommen, oft nicht ausreichend enthalten. Deshalb haben wir zu diesem Thema am 25. August 2016 einen eigenen Post verfasst: Kompostwürmer benötigen Mineralien .

25. Mai 2016

Nachwuchs in der Wurmkiste

Etwa Anfang April war es soweit. Unser Mensch hat endlich entdeckt, dass es Nachwuchs in unserer Kiste gibt. Auf der Wand sitzt ein Wurmbaby, nur wenige Millimeter klein:

Ein Wurmbaby
Die Größe könnt Ihr gut mit der Schrift auf dem Zeitungsausschnitt vergleichen. Übrigens, unter Umständen könnt Ihr das Foto vergrößern, wenn Ihr darauf klickt. Es befindet sich in einer sogen. Lightbox.