31. Juli 2016

Kompostwürmer und ein weiteres Lieblingsfutter

Eigentlich sollen wir Kompostwürmer ja nichts Gekochtes zu fressen bekommen (auf einen Komposthaufen gehören auch keine gekochten Essensreste).

Vor ein paar Tagen hat unser Mensch für uns aber eine Ausnahme gemacht. Es gab (mehlige) Kartoffeln. Und zwar hat er die rohe Kartoffel ohne Schale  in kleine Würfel geschnitten und ca. 3,5 Minuten mit ein wenig Wasser (und ohne Salz!) in der Mikrowelle gekocht. Zwischendurch hat er einmal umgerührt, um das Wasser gleichmäßig zu verteilen. Danach waren die Kartoffel so weich, dass er sie kneten konnte.

In unserer Kiste sah das dann so aus:
Kartoffeln in der Wurmkiste
Er hat  die Kartoffeln (nach dem Abkühlen!) in unsere Kiste gelegt und mit etwas älterem Futter vermischt, damit wir sie schneller fressen können (das Glas steht da noch aus der heißen Zeit, da war es, um unsere Kiste zu kühlen, mit kaltem Wasser gefüllt und hatte einen Deckel).

Nur drei Tage später haben wir die Kartoffeln fast vollständig vertilgt:
Reste der Kartoffeln in der Wurmkiste - 3 Tage später
Ihr könnt sehen, wie wir uns genüsslich an den Kartoffeln vermachen  (dazwischen liegt ein Stück Eierkarton, über das wir uns später hermachen werden). Die weichen Kartoffeln mögen wir wirklich gern. Aber leider bekommen wir sie nicht oft (wie vieles, was wir gerne essen. Das ist bei uns Kompostwürmern nicht anders als bei euch Menschen.), weil Kartoffeln relativ viel Protein enthalten und daher zu viel nicht gut für uns ist. Es droht sonst eine Proteinvergiftung, die für uns tödlich enden kann.

Hier noch ein  Lieblingsfutter: Noch ein Lieblingsfutter für uns Kompostwürmer

Es gibt auch einiges, was wir Kompostwürmer nicht fressen. Das haben wir Euch in einem eigenen Post aufgeschrieben.

28. Juli 2016

Das Schmatzen der Kompostwürmer

Manche Menschen behaupten, dass wir Kompostwürmer schmatzen. Ob das stimmt, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich habe ja keine Ohren und deshalb kann ich es nicht hören.

Aber wir Kompostwürmer sind ja ständig in unserer Kiste in Bewegung. Es geht auch ständig rauf und runter, aus der Erde raus, in die Erde rein.

Wie Ihr auf dem Foto erkennen könnt, ist fast immer nur ein Teil von uns Würmern zu sehen.

Kompostwürmer in der Wurmkiste
Der Rest ist unter der Oberfläche im Substrat, auf dem Weg nach unten oder oben. Wenn wir uns so bewegen, dann hört man leise Geräusche aus der Kiste. Diese Geräusche hören sich tatsächlich an wie Schmatzen. Deshalb behaupten manche Menschen - scherzhaft -, wir würden Schmatzen.

Allerdings entstehen diese Schmatzgeräusche in Wirklichkeit nicht vom Kauen mit offenem Mund. Vielmehr bilden sich bei unserem Kriechen durchs Substrat kleine Luftbläschen. Und wenn die zerplatzen, dann hört sich das so ähnlich wie Schmatzen an. Wenn Ihr uns also "Schmatzen" hört, dann ist das ein gutes Zeichen, denn wir kriechen munter durch unsere Wurmkiste.

In einem Punkt können wir Euch Entwarnung geben: Wenn Ihr in unserer Kiste kein "Schmatzen" hört, dann bedeutet das nicht unbedingt, dass wir alle schlafen oder gar Schlimmeres.

Es kann vielmehr einfach an der Struktur unseres Substrats liegen. Wenn es etwas grober ist, dann bilden sich keine Luftbläschen und dann könnt Ihr auch nichts hören. Das hat unser Mensch festgestellt, als er den fertigen Humus bei der Ernte durch Kokoserde ausgetauscht hat. Danach waren wir nicht mehr zu hören.

21. Juli 2016

Kompostwürmer und das Licht - Vorsicht vor UV-Licht

Fällt Euch an dem folgenden Foto etwas auf?
Kompostwürmer Eisenia hortensis = Dendrobena veneta
Ihr seht eine Menge von uns Dendros, aber keinen von uns in voller Länge. Warum? Wir sind praktisch ständig in Bewegung und kriechen aus dem Boden raus oder hinein. Wenn wir aber von einem Fotoblitz getroffen werden, dann erschrecken wir uns regelrecht und verschwinden schnellstmöglich im Boden.

Wobei wir zum Thema Fotoblitz noch bemerken müssen, dass mit der Handycamera unsere Kiste immer erst einige Sekunden beleuchtete wird, bis sich die Kamera scharf gestellt hat, und danach erst für das Foto der eigentliche Blitz ausgelöst wird. Diese mehrere Sekunden lange, helle Beleuchtung ist wahrscheinlich das Licht, das uns flüchten lässt.

Dieses Verhalten von uns Kompostwürmern hat einen einfachen und sehr wichtigen Grund. Wir müssen uns vor UV-Licht wirklich fürchten. UV-Licht ist sehr gefährlich für uns. Innerhalb relativ kurzer Zeit können wir sterben, wenn wir dem UV-Licht ausgesetzt werden. Die genaue Dauer kann ich Euch nicht sagen. Manche Menschen behaupten, es brauche nur ein paar Minuten, andere sagen, es dauere eine Stunde. Ausprobieren möchte ich das nicht und unser Mensch hat es auch nicht mit uns getestet.

Bekanntlich haben wir ja keine Augen, weil wir die im Boden ohnehin nicht brauchen könnten. Deshalb besitzen wir Sinneszellen, die Licht wahrnehmen können. Darüber können wir wahrnehmen, wenn es hell wird. Und verschwinden dann schnellstmöglich im Untergrund unserer Kiste. Deshalb ist es auch so schwierig, ein komplettes Foto von uns zu bekommen. Wir sind schneller als der Fotoapparat, jedenfalls dann, wenn wir vor dem Blitz mehrere Sekunden lang beleuchtet werden (s.o.). Interessant ist in diesem Zusammenhang sicher auch unser Post Kompostwürmer lieben ihre Ruhe

20. Juli 2016

Kompostwürmer und Tricks für ihr Futter

In vorhergehenden Posts habe ich ja schon erklärt, dass wir Komostwürmer oft ein paar Tage oder auch deutlich länger warten, bis wir unser angebotenes Futter fressen können. Der Grund ist, dass Mikroorganismen unser Futter für uns erst essbar machen müssen. Je härter das Futter ist, um so länger dauert es, bis wir Würmer es fressen können.

Es gibt aber kleine Tricks, wie Ihr uns helfen könnt, damit es etwas weicher wird. Manche Menschen kochen Gemüseschalen kurz mit ein wenig Wasser in der Microwelle. Dann werden die Schalen weicher.

Kurz in der Microwelle gekochte Möhrenschalen
Die Möhrenschalen auf dem Foto waren ca. eine Minute in der Microwelle und danach deutlich weicher als die rohen Schalen. Unser Mensch hat das Wasser abgeschüttet und uns dann die abgekühlten Schalen gegeben.

Ein anderer Trick ist, das Futter in der Tiefkühltruhe einige Stunden durchzufrieren. Das Wasser, das beim Auftauen frei wird, könnt ihr in einem Sieb abtropfen lassen. Dann wird unser Substrat nicht so nass.

18. Juli 2016

Kompostwürmer und ihr Futter - ein paar Tipps

Über Futter habe ich Euch ja bereits ein wenig erzählt. Z.B., dass wir Kompostwürmer Mehl lieben, aber wegen des Proteins nicht zu viel davon fressen dürfen. Auch, dass wir Kaffee und Filtertüten zum Fressen gern haben.

Aber wir Kompostwürmer bekommen natürlich auch unser ganz normales, "tägliches Futter". Keine Angst, wir brauchen nicht täglich neues Futter. Viele Menschen füttern uns in größeren Abständen. Ihr müsst nur darauf achten, dass Ihr uns nicht so viel gebt, dass es anfängt zu faulen.

Wir bekommen viel von dem, was in der Küche an organischen "Abfällen" von den Menschen ansonsten entsorgt würde. Wir fressen beispielsweise gerne Obstschalen und Gemüseschalen. Auf dem Foto seht Ihr eine kleine Auswahl:

Eine Futterauswahl für Kompostwürmer
Dort seht Ihr Tomatenschalen, zerkleinerte (braune) Bio-Bananenschalen, Kohlrabischalen, Apfelschalen, Kartoffelschalen, pulverisierte Eierschalen, Kartonstückchen, Filtertüte mit Kaffee ... .

Aber Achtung! Alles was wir fressen wollen, muss zunächst in einen für uns geeigneten Zustand gelangen. Es muss von unseren Mitbewohnern in der Kiste und Mikroorganismen für uns vorbereitet werden, damit wir es fressen können.

Daher kann es sehr unterschiedlich lang dauern, bis wir das angebotene Futter verwerten können. Wenn wir nicht sofort an frisches Futter gehen und davon fressen, dann nehmt es uns nicht gleich wieder weg. Es kann einige Tage oder sogar Wochen oder Monate (je härter und fester das Futter ist um so länger) dauern, bis wir davon fressen. Daher habt Geduld mit uns. Ihr könnt uns allerdings helfen, wenn Ihr unser Fresschen vorher gut zerkleinert oder püriert.

Es gibt aber einiges in der Küche, das wir besser nicht bekommen sollten oder überhaupt nicht vertragen: Das ist Saures, Salziges, stark Gewürztes, Fettiges und Öliges. Besonders Fettiges und Öliges vertragen wir nicht auf unserer Haut. Wir atmen durch unsere Haut und wenn sie fettig oder ölig wird, ist dies für uns nicht mehr möglich. Wir können davon ersticken.

Auch kann man sagen, dass alles, was nicht auf einen Komposthaufen gehört auch nicht für uns als Futter geeignet ist.

Es gibt einen Tipp, den Ihr am besten befolgen solltet, wenn Ihr uns Futter gebt: Bedeckt nie die ganze Oberfläche mit Futter und verteilt verschiedenes Futter auf getrennte Häufchen. Dann könnt Ihr beobachten, welches Futter wir fressen und welches wir meiden. Und wir haben immer eine Fläche ohne Futter in die wir ausweichen können, wenn wir Futter nicht mögen.

Zum Thema Futter gibt es sehr viel zu sagen. Das kann man nicht in einen Post schreiben. Daher wird es später mehr dazu geben. 

10. Juli 2016

Kompostwürmer und die Hitze


Heute ist es ganz schön heiß. In der freien Natur im Rheinland sind es über 30°C. Aber obwohl wir Kompostwürmer uns in der Wohnung unseres Menschen in einem fensterlosen Raum befinden, merken wir das langsam auch. Zum Glück ist es in unserer Wurmkiste noch deutlich unter 30°C. Aber leider hat unser Mensch keine Klimaanlage.

(Update vom 15.9.16: Wichtiger Hinweis am Ende dieses Beitrags!!! )

Deshalb hat er sich für uns etwas ausgedacht:

"Klimaanlage" für Kompostwürmer


Nein, es gibt als Trost gegen die Hitze keine Erdbeermarmelade. In dem Glas, das im Substrat eingebuddelt ist, befindet sich vielmehr kaltes Wasser. Nicht eiskalt, sondern aus der Wasserleitung. So, dass es für uns angenehm ist. Wie Ihr seht, haben wir es uns am Glas gemütlich gemacht. In der Erde sind noch mehr von uns am Glas. Die könnt Ihr aber nicht sehen. Wenn das Wasser warm geworden ist, tauscht unser Mensch es gegen kaltes aus. Das tut gut!

In unserer Kiste sind mehrere Gläser verteilt.

Kompostwürmer am und unter dem kalten Glas

Auf dem Foto hat unser Mensch ein Glas angehoben. Ihr seht, wie wir uns unter dem Glas versammelt und es uns auf dem Glas gemütlich gemacht haben.

Achtung wichtiger Hinweis !!! Wir Kompostwürmer lieben es, uns überall durchzuquetschen und reinzukriechen. Am heutigen Morgen hat unser Mensch einen unserer Kumpels in einem geschlossenen Wasserglas entdeckt. Obwohl er bereits mittelgroß war, hat er es geschafft, sich irgendwie unter dem Deckel durchzuquetschen.

Zum Glück können wir Dendrobena veneta eine Weile unter Wasser überleben, so dass er putzmunter gerettet werden konnte. Wie lange er in dem Glas war, wissen wir leider nicht. Daher ist es wichtig, das Wasser häufig zu wechseln, damit es ausreichend Sauerstoff enthält und zu kontrollieren, ob auch keiner von uns ein Bad genommen hat.

Weil es wichtiger war, unseren Kumpel zu retten, gibt es leider kein Foto von dieser Aktion.

3. Juli 2016

Das Aussehen der Riesen-Rotwürmer syn. Dendrobena veneta

Wenn wir Kompostwürmer so durch unser Futter kriechen, wundert Ihr Euch wahrscheinlich über uns. Was sind das alles für Würmer, fragt Ihr Euch sicher? Auf dem Foto jedenfalls seht Ihr uns "Riesen-Rotwürmer", wobei wir auch "Dendrobena veneta" oder von Wissenschaftlern "Eisenia hortensis" und im Ausland auch "European nightcrawler" genannt werden. Wir sind aber auch noch unter weiteren Bezeichnungen bekannt.

Riesen-Rotwürmer (Dendrobena veneta) zwischen Futter
Wir Riesen-Rotwürmer sind gar nicht alle rot. Manche von uns sind sehr hell, fast sogar durchsichtig, so dass man unseren Darm sehen kann. Oft haben wir ein gelbes Schwanzende. Das ist ein Fettpolster. Einige von uns haben sogar zwischen den Segmenten gelbe Streifen. Auch unterschiedliche Lichtverhältnisse lassen unser Aussehen variieren. Es wird sogar behauptet, Dendros die draußen leben würden dunkler. Sonnenbrand kann das aber nicht sein, da wir die Sonne strikt meiden. Auf dem Foto seht Ihr uns Dendros, wie wir im Futter herumkriechen. Und wir leben drinnen.

Es ist allerdings nicht so schwierig unser Kopfende von unserem Schwanzende zu unterscheiden. Auf dem folgenden Foto könnt Ihr die Unterschiede gut erkennen:
Eisenia hortensis = Dendrobena veneta
Das Kopfende ist bei uns Riesen-Rotwürmern deutlich schmaler als unser Schwanzende. Es ist also das obere Ende meines Kumpels auf dem Foto. Noch einfacher wird es, wenn ein Ende gelb ist. Auf dem Foto ist es das untere Ende. Das gelbe Ende ist immer das Schwanzende.

Wenn Ihr uns aber von anderen Kompostwürmern unterscheiden wollt, wird es richtig schwierig. Sie sehen uns meist sehr ähnlich und die Unterschiede sind mit bloßem Auge oft nicht erkennbar. Die meisten europäischen Sorten werden nicht so groß wie wir Dendros. Wir Dendros werden so etwa bis 13 oder 15 cm lang. Angeblich wurden auch bis 20 cm lange Exemplare von uns gesichtet, wahrscheinlich mit Spezialfutter gemästet.

Wenn man uns nicht an der Länge unterscheiden kann, dann soll man mit einer großen Lupe oder unter dem Mikroskop unsere Borsten und andere Merkmale anschauen. Aber das ist schon sehr speziell. Deshalb kenne ich mich damit leider nicht aus. Da können dann wisschenschaftliche Quellen weiter helfen.

21. Juni 2016

Kompostwürmer und die Proteine im Futter

Heute Morgen haben wir ein besonderes Futter bekommen. Denn so viele Kompostwürmer auf einmal an der Oberfläche der Kiste - wie auf dem Foto - seht Ihr sonst nicht so oft:

Kompostwürmer bekommen ein besonderes Leckerli: Mehl
Wir fressen nämlich normalerweise gerne unser Futter auch von unten, so dass man uns beim Fressen nicht sehen kann.

Aber heute hat uns unser Mensch ein besonderes Leckerli gegeben. Dort wo Ihr uns auf dem Foto sehen könnt, hat er für uns eine dünne Schicht Mehl verstreut. Einfaches Weizenmehl, an dem wir uns ein paar Stunden später, nachdem es gut angefeuchtet war, genüsslich vermacht haben. Da das Mehl in dem feuchten Substrat nicht mehr erkennbar ist, könnt Ihr es auf dem Foto nicht sehen. Als das Foto gemacht worden ist haben wir das meiste wahrscheinlich auch schon vertilgt.

Leider bekommen wir Mehl nicht oft zu fressen, da es einen recht hohen Proteingehalt hat. Zu viel Protein im Futter kann bei uns eine Proteinvergiftung verursachen und daran können wir sogar sterben.

Unser Mensch ist zum Glück kein Angler. Denn Angler füttern ihre Würmer gerne mit Mehl, damit sie schön dick und fett werden. Wir haben da zum Glück nichts zu befürchten, auch wenn wir Mehl bekommen.

Es gibt noch anderes Futter, das wir nicht essen oder das nicht gut für uns ist. Dazu gibt es inzwischen einen Post Was Kompostwürmer nicht fressen .

12. Juni 2016

Kompostwürmer und das Wetter - nach einem Gewitter

Obwohl wir Kompostwürmer in unserer Wurmkiste in der Wohnung unseres Menschen leben, und vor allem mangels Ohren ja auch nicht hören können, bekommen wir Gewitter irgendwie mit. Erklären können wir das auch nicht.

Aber wir reagieren irgendwie nervös und unruhig und kriechen vermehrt auf den Wänden unserer Kiste herum. Es wird behauptet, wir könnten bei einem Gewitter die Veränderung des Luftdrucks spüren.

Wurmkiste in einer Wohnung nach einem Gewitter draußen
Auf dem Foto könnt Ihr sehen, wie die Kistenwände nach dem Gewitter aussehen. Wir haben unsere Spuren hinterlassen. Wie gesagt, unsere Kiste steht in einer Wohnung. Der Raum, in dem unsere Kiste steht, hat nicht einmal ein Fenster und inbesondere prasselt auch kein Regen auf unsere Kiste.

Unsere nahen Verwandten, die Regenwürmer, kommen bei Regen aus dem Boden an die Oberfläche. Zu den möglichen Gründen dafür, gibt es verschiedene Theorien: z.B. Angst vor dem Ertrinken, obwohl auch Regenwürmer - genau wie wir Dendros - in sauerstoffreichem Wasser atmen können (den Beweis findet Ihr in diesem Post: Kompostwürmer und die Hitze ). Manche meinen auch, sie wollen sich in den Pfützen einmal gründlich waschen. Es gibt aber auch die Idee, dass sie den Regen für Wanderungen nutzen wollen. Der tatsächliche Grund ist aber noch nicht erforscht.

6. Juni 2016

Kompostwürmer lieben Filterkaffee

Wir Kompostwürmer haben mit vielen Menschen zumindest eines gemeinsam: Wir lieben Kaffee! Kaffee gehört zu unserem Lieblingsfutter. Komischerweise kann es trotzdem ein paar Tage dauern, bis wir den Kaffee anrühren. Wie so oft beim Futter, habt Geduld mit uns und nehmt ihn uns nicht gleich wieder weg, wenn wir uns nicht sofort darauf stürzen.

So sah der Kaffee aus als er frisch war. Es war wenige Tage alter Kaffeetrester, gemischt mit zerstoßenen Eierschalen in der gebrauchten Filtertüte.

Eine frische Tüte Filterkaffee
Die Eierschalen sollen den Ph-Wert des Kaffees ein wenig anheben. Wie Ihr auf dem letzten Foto in diesem Post sehen könnt, fressen wir sie einfach mit.

Auf dem nächsten Foto holen wir Kaffeejunkies uns unsere Portion Koffein.

Kompostwürmer holen sich ihre Portion Kaffee
Und so sah die Filtertüte nach ca. drei Wochen aus: ratzekahl leer gefressen. Im Gegensatz zu den Menschen haben wir Würmer auch die Filtertüte zum Fressen gern, wie Ihr sehen könnt. Die Tüte besteht aus Zellstoff und den mögen wir.

Leergefressene Kaffeefiltertüte

Aber bitte entfernt vorher Metallklammern o.ä., damit wir uns nicht verletzen können. Außerdem machen die sich im Wurmhumus nicht so gut.

3. Juni 2016

Wo kommen die Babys in der Wurmkiste her?

Die Babys werden auch bei uns Kompostwürmern nicht vom Klapperstorch gebracht.

Wir wachsen vielmehr in einem Ei heran, aus dem wir schlüpfen, wenn wir reif dafür sind. Das befruchtete Ei wird vom Wurm nach der Paarung abgelegt und von einem Kokon geschützt. Jeder Kokon beeinhaltet bei uns Dendros immer nur ein Ei. Und meistens schlüpft pro Ei auch nur ein Baby-Wurm.

So wie auf dem Bild kann ein Kokon aussehen. Als Größenvergleich liegt ein Streichholzende daneben.

Kokon neben Streichholzende

Der Kokon hat je nach Alter eine unterschiedliche Farbe und wird bis zum Schlüpfen immer dunkler. Die kleinen, weißen Stückchen, die Ihr auf dem Bild sehen könnt, sind Eierschale.

Vom Ablegen des Kokons bis bis zum Schlüpfen des Baby-Wurms vergeht je nach Temperatur und anderen Bedingungen der Umgebung (z.B. Feuchtigkeit, vorhandene Nährstoffe) unterschiedlich viel Zeit, ab etwa 20 Tage bis Ende offen. Der Baby-Wurm kann sogar "warten" bis zum Schlüpfen, bis sich die Bedingungen verbessert haben, z.B. wenn es zu kalt ist bis es warm genug ist.

Kokons mit dunkler Farbe an der Oberfläche sind oft bereits leer. Wir legen unsere Kokons zum Schutz vor Fressfeinden nämlich meistens einige Zentimeter unter der Oberfläche ab.

Update: Übrigens, damit wir Komostwürmer geschlechtsreif werden und auch bleiben, brauchen wir in unserem Futter auch Mineralien. Diese sind in den herkömmlichen Küchenabfällen, die wir in unserer Kiste bekommen, oft nicht ausreichend enthalten. Deshalb haben wir zu diesem Thema am 25. August 2016 einen eigenen Post verfasst: Kompostwürmer benötigen Mineralien .

25. Mai 2016

Nachwuchs in der Wurmkiste

Etwa Anfang April war es soweit. Unser Mensch hat endlich entdeckt, dass es Nachwuchs in unserer Kiste gibt. Auf der Wand sitzt ein Wurmbaby, nur wenige Millimeter klein:

Ein Wurmbaby
Die Größe könnt Ihr gut mit der Schrift auf dem Zeitungsausschnitt vergleichen. Übrigens, unter Umständen könnt Ihr das Foto vergrößern, wenn Ihr darauf klickt. Es befindet sich in einer sogen. Lightbox.
Update: Unser Mensch hat sich wahrscheinlich geirrt ! Es handelt sich wahrscheinlich bei dem weißen Wurm nicht um ein Dendro-Baby sondern um eine Enchyträe. Ein Dendro-Baby könnt ihr aber hier bewundern Ein niedlicher Baby-dendro .

19. Mai 2016

Kann man die Wurmkiste riechen?

Wir Kompostwürmer werden ja manchmal auch als Mistwürmer bezeichnet. Ob Würmer, die im Mist leben, selbst danach riechen, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Wir leben ja in der Kiste.

Außerdem gibt es tatsächlich nahe Verwandte von uns, die "Stinkwürmer" genannt werden. Die wissenschaftliche Bezeichnung ist "Eisenia foetida" und "foetida" heißt übersetzt "die Stinkende". Der Name kommt daher, dass "Eisenia foetida" bei Stress einen stinkenden Schleim absondern.

Allerdings sind meine Kumpels und ich "Dendrobaena veneta", auch genannt: "Eisenia hortensis" oder "Riesen-Rotwurm" oder einfach nur "Dendros". Und im Ausland kennt man uns auch unter Bezeichnung "European nightcrawler". Uff, wir sind unter ganz schön vielen Namen bekannt. Hoffentlich habe ich keinen vergessen.

Jedenfalls sondern wir Dendros keinen Schleim ab und stinken auch nicht.

Auch unser Futter sollte nicht riechen (es sei denn, es hat einen Eigengeruch, wie z.B. Kohl, den man natürlich auch riechen kann, wenn er in unserer Kiste liegt). Wenn es aber faulig riecht, ist es nicht in Ordnung. Dann sollte unser Mensch es aus der Kiste entfernen.

Das Substrat in dem wir leben, riecht leicht nach feuchtem Waldboden. Durch die Luftlöcher in unserer Kiste, kann dieser Geruch auch wahrgenommen werden. Unser Mensch findet, dass er nicht unangenehm ist.

Wir können sagen, wenn es in unserer Kiste unangenehm stinkt, dann stimmt etwas nicht. Normalerweise sollte es daher nicht stinken.

Leider gibt es noch keine Riechprobe für das Internet, sonst würden wir Euch mal riechen lassen.

16. Mai 2016

Wohin mit der Wurmkiste?

Wir Kompostwürmer und speziell wir Dendros gelten als recht robust.

Wenn wir in einem Komposthaufen leben, können wir uns ein anderes Zuhause suchen, falls die Bedingungen nicht gut für uns sind. Oder wir können vorübergehend in den Boden verschwinden. Das machen wir gerne, wenn es zu heiß oder zu kalt wird oder wenn das Futter mal nicht schmeckt. Wenn die Bedingungen wieder ok sind, kommen wir oft auch gerne wieder zurück.

Leben wir aber in einer Wurmkiste, können wir nicht einfach abhauen, wenn es zu heiß oder zu kalt in der Kiste wird.

Deshalb muss die Wurmkiste an einem geeigneten Ort stehen.

Viele Menschen haben unsere Kiste in der Wohnung oder im Keller stehen. Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad sind ideal für uns. Ein möglichst dunkles Eckchen ohne direkte Sonneneinstrahlung ist uns am liebsten. Steht die Kiste in der Sonne, kann sie sich aufheizen, was uns sogar umbringen kann.

Das gilt auch, wenn die Kiste draußen auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten steht. Wird es draußen zu heiß oder zu kalt und möchtet Ihr die Kiste nicht in die Wohnung holen, könnt Ihr sie auch in den Keller stellen. Wir gehen mal davon aus, dass es dort nicht weniger als +5° C kalt wird, sondern deutlich wärmer bleibt, sonst haben wir auch im Keller ein Problem. Und, vergesst uns nicht, wenn wir im Keller stehen! Wir haben Hunger! (Update vom 25.09.2016: Beim Suchen nach einem Plätzchen für unsere Kiste noch ein Post: "Kompostwürmer lieben ihre Ruhe" .)

So sieht es in unserer Kiste nach sechs Wochen aus:


Die Wurmkiste steht bei unserem Menschen im Badezimmer. Dort ist es gleichbleibend angenehm warm und es ist wunderbar dunkel, wenn es nicht gerade benutzt wird. Aber es ist ja ein Deckel auf der Kiste. Für eine gute Belüftung hat der Deckel zahlreiche Belüftungslöcher. Und es gibt Belüftungslöcher in den Kistenwänden.

Wir haben uns mal wieder vor dem Licht verkrochen, deshalb seht Ihr auf dem Bild so wenige von uns. Die LED-Lichterkette brennt übrigens schon lange nicht mehr.

Übrigens, wenn unsere Kiste auf der Terrasse oder im Garten steht,  schützt uns bitte nicht nur vor Hitze, Kälte und zu viel Nässe, sondern auch vor unseren Fressfeinden! Es gibt einige Tiere, für die wir ein gefundenes Fressen sind! Damit haben wir hier zum Glück nichts zu tun, da wir in der Wohnung stehen.

15. Mai 2016

Kompostwürmer: Männchen und Weibchen?

Sicher ist Euch in meinen vorherigen Posts bereits aufgefallen, dass ich immer nur über mich und meine Kumpels schreibe und nicht über Kumpelinnen.

Ich bin kein Macho, das möchte ich bitte festgestellt haben.

Es verhält sich vielmehr ganz anders. Unsere Biologie ist schuld. Wir sind nämlich, genau wie unsere nahen Verwandten, die Regenwürmer, Zwitter. Wir sind Männchen und Weibchen zugleich.

Bei der Paarung verhalten wir uns zunächst wie Männchen und tauschen lediglich unsere Samen aus. Dafür haben wir einen speziellen Samenspeicher. Die Eizellen tragen wir in uns. Wenn die Eizellen dann zu Eiern heranreifen, werden sie mit den Samen aus dem Samenspeicher befruchtet.

Da wir uns zunächst wie Männchen verhalten, sagt man, dass wir Kompostwürmer vorwiegend männlich sind. Deshalb schreibe ich nur über mich und meine Kumpels.

Oder könnt Ihr bei uns unterschiedliche Geschlechter unterscheiden?


14. Mai 2016

Warum wir Kompostwürmer in unserem Futter herumkriechen und wofür Eierschalen gut sind

Heute sind wir den vierten Tag in unserem neuen Zuhause. Wir kriechen jetzt munter in unserem Futter herum.

Kompostwürmer zwischen Kartoffelschalen

Mit dem Herumkriechen im Futter verteilen wir die Mikroorganismen (z.B. Bakterien) aus dem Substrat, in dem wir unsere Reise verbracht haben, darauf. Sie helfen uns, das Futter für uns genießbar zu machen.

Wir essen nämlich nichts Frisches, sondern nur Angerottetes. Mit zu frischem Futter können wir nichts anfangen, da wir keine Zähne haben und deshalb nur lutschen können. Daher muss alles Futter schön weich sein. Faulig darf es aber auch nicht sein.

Außerdem bekommen wir heute fein zerstoßene Eierschalen für unseren Mineralhaushalt. Eierschalen enthalten nämlich viel Calcium. (Achtung: Zum Thema Eierschalen gibt es hier einen neuen Post vom 17.04.2017).

Zerstoßene Eierschale

Zerstoßene Eierschale auf dem Kistenboden verteilt


Die kleinen Eierschalenstückchen weichen im feuchten Boden auf,

Am nächsten Tag ist die Eierschale fast aufgelöst

so dass sie für uns essbar werden . Und sie regulieren den pH-Wert des Substrats, damit es nicht zu sauer für uns wird. Dann würden wir uns nicht wohlfühlen. Übrigens, das Häutchen auf dem Ei unter der Kalkschale fressen wir gerne mit. Lasst es an der Schale und zerkleinert es einfach mit. Wir lieben diese Haut vom Ei.

Damit das Substrat immer angenehm feucht bleibt, bespritzt unser Mensch es regelmäßig mit der Blumenspritze. Abgestandenes Leitungswasser bei Zimmertemperatur haben wir gerne. In der Gegend wo wir leben, gibt es zum Glück keine Zusätze, wie z.B. Chlor, im Leitungswasser.

Die ersten Tage nach unsere Ankunft

Am ersten Morgen nach dem Tag unserer Ankunft schaut unser Mensch nach uns. Wir haben bisher nur die Kiste erkundet und auch mal nach dem Futter "geschaut".

Abends bekommen wir weiteres Futter in einer anderen Ecke. Diesmal gibt es Gurkenschale, Apfelschale und -kitsche, Kiwischale und Champignon-Enden. Es wird mit einem Stück Zeitung abgedeckt und der Blumenspritze befeuchtet.

In der nächsten Nacht wird es uns in unserer Wurmkiste langweilig.

Wir Dendros sind als sehr erkundungs- und wanderlustig bekannt, wenn wir uns an eine neue Umgebung gewöhnen.

Am nächsten Morgen entdeckt unser Mensch einen meiner Kumpels außerhalb der Kiste und setzt ihn wieder vorsichtig zurück in sein neues Zuhause. Natürlich hat unser Mensch ihn ganz vorsichtig mit Handschuhen angefasst.

Wir Dendros können uns durch die schmalsten Ritzen quetschen. Der Kumpel hat wohl zwischen Kistenrand und Deckel so einen schmalen Schlitz entdeckt und sich hindurch gequetscht, obwohl der Deckel fest geschlossen war.

Im Laufe des Tages haben sich weitere Kumpels nach draußen gequetscht und unser Mensch hat sie wieder in die Kiste gesetzt. Auch fanden es zahlreiche Kumpels unter dem Deckel interessant und haben es sich dort gemütlich gemacht. Die Wände wurden auch munter erkundet. Schließlich kannten wir uns in unserer Umgebung ja noch nicht aus und wollten sie erkunden. Da wussten wir noch nicht, dass es außerhalb unserer Kiste absolut nichts Interessantes gibt, insbesondere kein Futter.

Damit nicht alle von uns die Umgebung der Kiste erkunden, die für uns nicht ungefährlich ist, weil es nicht nur kein Futter gibt, sondern auch noch vollkommen trocken ist (wir brauchen Feuchtigkeit für unsere Haut zum Atmen), hat unser Mensch dafür gesorgt, dass wir in unserer sicheren Kiste bleiben. Er hat über unserer Kist eine kleine LED-Lichterkette angebracht und den Deckel offen gelassen. Da das Futter abgedeckt war, konnten wir dort im Dunkeln dran.



Die kleine LED-Lichterkette war ja nicht so hell.

Ihr müsst wissen, wir scheuen Licht wie der Teufel das Weihwasser, da UV-Strahlung für uns tödlich ist. Wir haben zwar keine Augen, können Licht aber über Sinneszellen in unserer Haut wahrnehmen. Wenn wir Licht bemerken, hauen wir schnellstmöglich ins Dunkle ab. Deshalb ist es auch so schwierig, uns zu fotografieren und wenn es gelingt, sind die Bilder oft unscharf.

Otto erklärt sein Foto und den Blog

Neues Update:  Weil ich, Otto, selbst auch ein kleiner Kompostwurm bin, fühle ich mich für meine vielen Kumpels bei Euch da draussen mit verantwortlich und möchte ihnen nicht schaden. Ich bin kein Wissenschaftler. Ich kann in meinem Blog nur über das berichten, was ich selbst erlebe. Ich kann daher nicht sicher sein, dass meine Tipps und Hinweise  wirklich alle richtig sind und funktionieren. Bitte informiert Euch daher auch aus anderen, seriösen Quellen, insbesondere dann, wenn Euch etwas seltsam vorkommt. Ich will damit nicht sagen, dass ich unseriös bin, aber ich möchte nicht, dass Ihr meinetwegen etwas falsch macht und damit meinen Kumpels bei Euch draussen schadet. Danke für Euer Verständnis und Eure Umsicht!
Update: Heute muss ich, Otto, der Kompostwurm, zu diesem Post endlich mal unseren Menschen ein Update schreiben lassen: Wir haben heute den 18. August 2016 und seit ca. 80 Tagen gibt es zwei Wurmkisten bei unserem Menschen. Wir haben uns gut vermehrt. Über die genaue Zahl kann ich nichts sagen, aber wir sind inzwischen sicher über 1000 Kumpels.

Das merkt unser Mensch auch daran, dass wir auch ganz deutlich mehr Futter vertilgen als in der Anfangszeit. Update Ende.


Damit Ihr Euch nicht wundert:

Als das Foto



aufgenommen worden ist, lebe ich schon fast 2 1/2 Monate in der Wurmkiste. Unmittelbar nach meiner Reise war ich noch viel kleiner. Da gibt es aber noch kein Foto von mir. Deshalb könnt Ihr leider nicht verfolgen, wie viel ich in der Zeit gewachsen bin.

Unser Mensch, der den Blog für uns aufschreibt, hat erst fast 2,5 Monate nach unserer Ankunft, diese war Anfang März 2016, begonnen, diesen Blog ins Internet zu stellen. Meine 500 Dendro-Kumpels und ich leben daher schon eine Weile bei ihm. Deshalb entsprechen anfangs die Daten der Posts nicht den Daten der Ereignisse.

13. Mai 2016

Das erste Futter

Nach dem Einzug gab es auch schon das erste Futter. Es bestand aus einer klein geschnittenen, bereits braunen Schale einer Bio-Banane, zerkleinerten Zwiebelschalen, einer Kaffeefiltertüte mit Kaffeetrester und klein geschnittenen Stückchen von Paprika und Tomate:



Abgedeckt wurde das für uns mit einem feuchten Stück Zeitung. Ihr werdet es kaum glauben, aber wir fressen die Zeitung mit. Auch Karton, z.B. Eierkarton, Karton von Toilettenpapier- oder Küchenpapierrollen, fressen wir gerne. Zeitung und Karton bestehen aus natürlichem Zellstoff, der Teil unserer Nahrung ist. Was wir nicht mögen ist Hochglanzpapier, denn das kann für uns sogar giftig sein. Es gibt auch noch andere Sachen, die wir nicht fressen.

Übrigens steht die Kiste in einem dunklen Raum und hat auch einen Deckel. Sie hat transparente Teile, die mit Klebefolie abgeklebt worden sind, damit wir es schön dunkel haben.

Der Einzug der Würmer

Einige Zeit nach der Vorbereitung der Kiste wurden Otto und seine 500 Kumpels vom Paketdienst geliefert.

Hallo, ich bin Otto:



Wir waren nur einen Tag unterwegs. Gereist sind wir sozusagen in unserer gewohnten Umgebung. Im Substrat, das die für uns so wichtigen Mikroorganismen enthält.

Dann hieß es: Ab in die Kiste. Wir haben gleich gezeigt, wie schnell wir sein können. Wir haben uns sofort in den feuchten Zeitungen verkrochen.

Auf dem Foto sah das dann so aus:



Kaum Würmer zu sehen. Das, was wie Erde aussieht, ist das Substrat, in dem wir gereist sind.

12. Mai 2016

Der Anfang: Vorbereitung der Wurmkiste

So hat es angefangen: Bevor die Würmer angekommen sind, wurde die Kiste vorbereitet. Das war eigentlich ganz einfach.

Zuerst hat die Kiste zahlreiche Löcher im Boden bekommen, damit überflüssige Feuchtigkeit auch nach unten entweichen kann. Ein Akkubohrer leistete gute Dienste beim Bohren von sicher  mehr als 50 kleinen Löchern. Die Wohnkiste "hängt" in einer zweiten Kiste, in die die Feuchtigkeit tropfen kann. Zwischen dem Boden der Wohnkiste und der Außenkiste sind mehrere Zentimeter Platz für die Flüssigkeit, die auch Wurmtee genannt wird.

Derweil wurden Streifen von einfachen Tageszeitungen mehrere Stunden gewässert und dann geknüllt auf dem Kistenboden verteilt. Gummihandschuhe sind empfehlenswert, da die Druckerschwärze heftig abfärbt.



Abgedeckt wurden die geknüllten Zeitungsstreifen mit einer Zeitungsseite, die ebenfalls eingefeuchtet wurde. Eine Blumenspritze ist hier nützlich und wird auch später immer wieder gebraucht. Ausreichende Feuchtigkeit ist für die Würmer sehr wichtig.

Wichtig ist vorab zu wissen, wo die Kiste stehen soll. Wenn sie dem Wetter ausgesetzt ist und insbesondere Regen abbekommen könnte, müssen andere Maßnahmen gegen zu viel Feuchtigkeit getroffen werden. Unsere Kiste soll aber in der Wohnung stehen. Sie ist weder Sonne noch Regen ausgesetzt.

Jetzt können die Würmer einziehen.